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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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1. Die Getreidearten gehören in die Familie der Gräſer oder Gramineen. 3

wir die Wurzelhaube wh, und etwa 3 mm lauf die natürliche Größe bezogen) von der Spitze entfernt beginnen die Wurzelhaare hh. Wir finden die Wurzelhaare nur an den jüngeren Wurzeln oder Wurzelteilen; an den älteren verſchwinden ſie. Sie ſind nicht mit einer Wurzelhaube geſchützt, vermögen aber wegen ihrer außerordent⸗ lichen Feinheit in die kleinſten Lücken des Bodens hineinzudringen. Da die meiſten Wurzeln der Gräſer, wie der anderen Pflanzen, ſich in der Ackerkrume befinden, ſo befinden ſich in ihr auch die meiſten Wurzelhaare. Ihre Funktion beſteht darin, Waſſer, Sauerſtoff und

Fig. 3. Wurzelhaube des engliſchen Raygraſes, Fig. 4. Endteil einer Wurzel des ge⸗ Lolium perenne. Die äußeren Zellen werden meinen Weizens, Triticum vulgare. fortwährend abgeſtoßen, indem ſich die Wurzel⸗ w Wurzelkörper, wh Wurzelhaube, haube von innen her verjüngt. Stark vergrößert. hh Wurzelhaare. 15 fach vergrößert.

(Nach Nobbe.)

lösliche Mineralſubſtanz aus dem feuchten und durchlüfteten Erdreich aufzuſaugen. Viele Thatſachen ſprechen dafür, daß wir die Wurzel⸗ haare als die eigentlichen Saugorgane der Gräſerwurzel zu be⸗ trachten haben.

Außer den echten Wurzeln kommen bei vielen Gräſern auch Scheinwurzeln vor. Wir meinen damit die dickeren, ſchnur⸗ oder peitſchenförmigen Stränge, wie wir ſie z. B. bei der gemeinen Quecke beobachten. Dies ſind alſo keine Wurzeln, ſondern unterirdiſch hin⸗ kriechende Stengel oder Stämme, ſogenannte Rhizome. Den Beweis für die Richtigkeit dieſer Auffaſſung liefern die weißlichen, gelblichen

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