Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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Neuerer Zeit geſchieht viel, namentlich in Baden, durch Aus⸗ wahl der beſten Sorten und Culturmethoden beſſere Qualitäten von Tabak zu erzeugen. Stark Tabak bauende Gegenden in Deutſch⸗ land ſind: Striche von Baden und Heſſen, namentlich die Pfalz, meh⸗ rexe Lagen in Franken, einzelne Theile der Elbniederung, von der Mark und Schleſien. Sodann wird im Elſaß, in Holland, Ungarn ꝛc. ſtarker Tabaksbau getrieben.

§. 802. Gewöhnlich wird Amerika als das Vaterland des Tabaks angegeben; indeſſen iſt kaum zu bezweifeln, daß auch Aſien ein gleiches Recht an ihn hat.

Der erſte Verpflanzer des Tabaks nach Europa war Johann Nicot, Geſandter Königs Franz II. am portugieſiſchen Hofe, wel⸗ cher die Pflanze im Jahr 1560 von der Inſel Tabako mitbrachte.

1. Abarten.

§. 803. Wir unterſcheiden, nach Metzger, zunächſt die drei Hauptarten: a, virginiſcher, N. Tabacum; b, mary⸗ laͤndiſcher, N. macrophylla; e, tuͤrkiſcher oder ungariſcher, auch Bauerntabak, N. rustica. Der erſte wird am haufig⸗ ſten gebaut und zeichnet ſich durch ſeine langen, ſpitzen Blätter hinreichend aus. Der maryländiſche Tabak wird neuerer Zeit an vielen Orten ſtark gebaut und wegen ſeines reichlichen Ertrags geruͤhmt; er hat breitere, dünnrippigere, weniger ſchmal zugeſpitzte, mehr eifoͤrmige Blätter. Der tuͤrkiſche, auch Veilchentabak genannt, hat runde Blaͤtter, ſehr ver⸗ zweigte, weniger hohe Stengel, auch grüngelbe Blüthen, während die Bluͤthen der beiden andern Sorten röthlich ſind. Er iſt weniger empfindlich gegen die Kälte und wird in meh⸗ reren Gegenden, z. B. um Nuͤrnberg, für vortheilhafter als die anderen Sorten gehalten.

Der ſogenannte Baumkanaſter, N. fruticosa, gehört zum virgi⸗ niſchen Tabak.

§. 804. Vom virginiſchen, wie vom maryläͤndiſchen Ta⸗ bak gibt es wieder mancherlei Abarten; vom erſteren na⸗ mentlich ſchmal⸗ und breitbläͤttrichen und dickrippigen; vom