Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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Da immer etwas Wurzeln im Acker bleiben, ſo muß man im folgenden Jahre Hackfrucht bauen und die nachkommenden Cichorien, welche ſonſt als ſchlimmes Unkraut im Acker fortwuchern, zu vertil⸗ gen ſuchen. Man baut deßhalb auch gerne zwei Jahre Cichorien auf einer und derſelben Stelle.

Da die Cichorie ein ziemlich ſchlechtes, auch nicht einmal ein geſundes Kaffeeſurrogat iſt, der Boden davon überdieß ſehr mitgenommen wird, ſo wäre es kein Unglück für unſere Landwirthſchaft, wenn die Cicho⸗ rienfabriken noch weiter ſich verminderten, als dieß ſchon ſeit längeren Jahren der Fall war. Ueber die Benutzung der Cichorie als Futter⸗ kraut ſ.§. 278.

II. Die Erdmandel.

§. 796. Die Erdmandel, Cyperus esculantus, iſt eine Grasart mit Wurzelknollen von der Größe einer Haſelnuß verſehen. Nur an wenigen Orten exiſtiren Fabriken für Erdman⸗ del⸗Kaffee, obgleich derſelbe als ein geſundes und auch wohl⸗ ſchmeckendes Kaffeeſurrogat zu betrachten iſt.

Es ſcheint, daß der Anbau der Erdmandel zu ſchwierig oder zu unſicher iſt, um allgemeineren Eingang zu finden.

§. 797. Der Boden für die Cultur der Erdmandel ſoll warm, gut und in voller Kraft ſeyn. Man legt zweijaͤh⸗ rige Knollen zu Anfang Mai 2 Zoll tief in Reihen von 1 Fuß Entfernung und in denſelben etwas naͤher, bei trocke⸗ ner Witterung ſoll begoſſen werden. Die Pflanzung wird mehrmals behackt und behaͤufelt. Im October, bis wohin ſich eine große Zahl Knollen gebildet hat, erfolgt die Erndte, indem die Knollen mit dem Spaten gehoben und an den Stöcken vollends ausgezogen, ſodann aufgeleſen und gerei⸗ nigt werden. Das vorher abgemähte Gras dient zur Fuͤt⸗

terung. Ueber den Ertrag iſt nichts Sicheres bekannt.

III. Die Kaffeewicke.

§. 798. Die Kaffeewicke, Astragalus baeticus, wächſt im ſüdlichen Frankreich wild und wird dort ſchon laͤngſt als