Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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Der Zuleitungsgraben iſt mit A bezeichnet, die Vertheilungs⸗ gräben ſind B B und die Ueberſchlaggräben C C angedeutet, D be⸗ zeichnet den Abzugsgraben(§. 80.). Der Zuleitungsgraben iſt ſo hoch gehalten, daß durch das Oeffnen der kleinen Schleußen oder Staubretter bei X X das Waſſer in B B von ſelbſt eintritt. Läßt ſich jener Graben nicht ſo hoch halten und dient er für größere Strecke, ſo müßte unter ſeinem Damme mit ihm parallel ein erſter Verthei⸗ lungsgraben ziehen, welcher mittelſt einer Schleuße ſein Waſſer aus dem Hauptgraben erhält und ſolches dann an die Gräben B abgibt. Iſt die zu bewäſſernde Wieſenſtrecke ſehr breit, ſo daß vier Reihen Ueberſchlaggräben noch nicht ausreichen, ſo müßte unter dem Abzugs⸗ graben D ein zweiter Zuleitungsgraben angebracht ſeyn. In trock⸗ nen Lagen kann auch in ſolchem Falle mitunter ein und derſelbe Graben für Ab⸗ und Zuleitung dienen. Mangelt bei großen Brei⸗ ten eine ſolche Einrichtung, ſo würde der untere Theil der Wieſe zu ſehr von der Näſſe leiden, und während der Bewäſſerungszeit nie⸗ mals ganz trocken gelegt werden können.

§. 78. Sind die Wieſenflächen unterhalb des Zulei⸗ tungsgrabens nicht uͤber 100 Fuß breit, ſo koͤnnen die berg⸗ abziehenden Vertheilungsgraͤben entbehrt werden, indem man gleich unter den Zuleitungs⸗ oder unterhalb von mit dieſem parallel laufenden Vertheilungsgräben die Ueberſchlaggräben anbringt, welche mittelſt kleiner Einläſſe das Waſſer aus jenen empfangen. Dieſe Art der Anlage eignet ſich namentlich für die Hänge ganz ſchmaler Wieſenthälchen mit ſtarkem Falle.

Pabſt Landwirthſch. I. 2, 3