Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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§. 71. Eine Hauptregel fuͤr die Anlegung der Zulei⸗ tungsgräben bleibt ſodann, ſie wenig oder gar nicht in den Boden einzuſenken, indem man ihnen mittelſt kleiner ſanft abgeböſchter Dämme erhoͤhte Ufer baut. Dadurch iſt die Abgabe des Waſſers weſentlich erleichtert, und auch in ſpä— teren Zeiten noch möglich, wenn der Boden der Wieſe durch das Waͤſſern ſich erhöht hat.

Zuweilen läßt ſich jedoch das Waſſer nicht hoch genug treiben, um dieſer wichtigen Regel Genüge leiſten zu können. Bei ſehr ſtar⸗ kem Gefälle der Wieſe unterliegt dieſelbe auch noch einer Ausnahme.

§. 72. Die Breite der Zuleitungsgräben richtet ſich nach der Waſſermaſſe und beträgt ſelten unter 2 und ſelten uͤber a¹. Für die Tiefe iſt in der Regel die Hälfte der Breite anzunehmen.

Iſt die Tiefe nicht über 1 Fuß, ſo bedarf man bei feſtem Bo⸗ den und nicht zu ſtarkem Gefälle im Innern des Grabens nur we⸗ nig Böſchung; je breiter und tiefer der Graben ſeyn muß, um ſo mehr iſt eine entſprechende Böſchung nöthig, welche ſich bei der Auf⸗ dämmung(Führung auf der Oberfläche des Bodens ſ.§. 71) nach außen ohnedieß von ſelbſt verſteht.— Je mehr ſich der Graben ſei⸗ nem Ende nähert, um ſo mehr kann er ſich verengen, da er immer weniger Waſſer zu führen hat.

Vertheilung des Waſſers und Verbreitung über die Wieſe.

§. 73. Um das Waſſeer allen Theilen der zu bewäſſern⸗ den Wieſen zuzuführen, bedarf es in der Regel noch ver⸗ ſchiedener Gräben, welche, je nach dem Zwecke wozu ſie beſtimmt ſind, Vertheilungs⸗ und Ueberſchlaggraͤ⸗ ben(Wäſſerungsgräben, Waͤſſerungsgrippen) heißen, die jedoch in gewiſſen Faͤllen auch zum Theil, ſelten ganz, ent⸗ behrlich ſind.

§. 74. Beſondere Vertheilungsgräben ſind erforderlich, wenn die zu bewäſſernde Wieſenfläche von be⸗ traͤchtlicher Ausdehnung iſt. Sobald das Gefaͤlle nicht un⸗ gewoͤhnlich ſtark iſt, ſo werden ſie von dem Hauptzulei⸗