15) Chaerophyllum silvestre, Kälberkropf, verdrängt auf beſchatte⸗ ten, zugleich reichen Wieſen gerne einen beſſeren Pflanzenwuchs.— 16) Mentha arvensis, m. aquatica, Münze, wird, wegen ihres ſtar⸗ ken Geruchs, von keinem Viehe berührt.— 17) Potentilla anserina, Gänſerich, Allium vineale, wilder Kuoblauch, Thussilago farfara, Huflattig, Myosotis palustris, Vergißmeinnicht, gehören ebenfalls zu den nicht ſelten vorkommenden Wieſenunkräutern.— 18) Meh⸗ rere Moosarten(musci) ſind theils auf zu feuchten oder ſtark beſchat⸗ teten, theils auf zu trocknen oder zu mageren Wieſen insbeſondere noch zu den ſchlimmen Unkräutern zu zählen.
§. 27. Auf guten Wieſen bildet in der Regel ein Ge⸗ miſche von guten eigentlichen Gräſern, kleeartigen und eini⸗ gen andern guten Pflanzen den vorherrſchenden Beſtand. Erſtere gehen mit ihren Halmen mehr in die Höhe, waͤh⸗ rend die kleeartigen Pflanzen vorzugsweiſe das ſogenannte Unter⸗ oder Bodengras bilden. Ein gutes Verhältniß bei⸗ der Hauptbeſtandtheile zu einander begründet einen reichli⸗ chen, werthvollen Ertrag.
Nach Lage und Boden iſt zuweilen der eine, zuweilen der an⸗ dere Hauptbeſtandtheil mehr oder weniger überwiegend.
III. Trockenlegung zu naſſer Wieſen.
§. 28. Stehende, ſtockende Naͤſſe befördert das Ge⸗ deihen der ſauren Gräſer(Halbgräſer) und vieler anderen ſchlechten Wieſenpflanzen; die guten Wieſenpflanzen ſind dadurch unterdrückt oder fehlen ganz. Trockenlegung, bis zu einem gewiſſen Grade, iſt demnach für alle durch zu viele und ſtauende Naͤſſe leidenden Wieſen das nothwendigſte Verbeſſerungsmittel.
Es gilt für die Trockenlegung in der Hauptſache alles das, was in der erſten Abtheilung dieſes Bandes, im Capitel von der Urbar⸗ machung, über die Ableitung des Waſſers geſagt iſt, worauf daher hier nicht nur im Allgemeinen hingewieſen wird, ſondern auch häufig noch beſonders zurückgewieſen werden muß.


