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Ein beſonderer mit den hohen Lagen verbundener Umſtand iſt noch ein häufiger und oft ſehr auffallender Wechſel der Temperatur und Witterung.
Die herrſchenden Winde.
§. 20. Je nachdem die Lage den von Süden oder von Norden kommenden Winden mehr ausgeſetzt iſt, nach⸗ dem die herrſchenden Winde auf ihrem Wege ſchneebedeckte Gebirge, oder große trockne Ebenen überſtrichen haben oder unmittelbar vom Meere herkommen, üben ſie einen nachtheiligen oder günſtigen Einfluß auf das Clima aus.
Der Zug der herrſchenden Winde hängt hauptſächlich von der Lage im Allgemeinen, der Geſtaltung des Bodens und der Lage und Entfernung der Gebirge ab. Sind dieſe ſehr hoch und lange mit Schnee bedeckt, ſo ſind die daher kommenden Winde kalt, ſelbſt wenn die Gebirge gegen Süden liegen. Bei einer unebenen Ge⸗ ſtaltung des Bodens haben die Winde weniger Einfluß, als in etwas hohen Ebenen, welche von allen Seiten von den Winden beſtrichen werden, wodurch das Clima rauher und trockner wird. Die unmit⸗ telbar vom Meere herkommenden Winde bringen in der Regel den meiſten Regen; beſonders gilt dieß in Bezug auf das weſtlich ge⸗
legene Meer.
4) Gewäſſer.
§. 21. Je größer die Oberfläche von Gewäſſer einer Gegend iſt, um ſo ſtärker iſt die Verdünſtung, um ſo feuchter wird alſo dadurch das Elima. Auf die Wärme haben die Gewäſſer in ſo ferne einen Einfluß, als große Flächen von Waſſer, namentlich die Nähe des Meeres, die Sommer kühler, die Winter aber gelinder machen. Auch veranlaſſen benachbarte große Gewäſſer ſtärkere Luftſtro⸗ mungen und häufigeren Witterungswechſel.
England und andere von dem Meere ganz oder theilweiſe umgebene Länder haben weit gelindere Winter, als Landſtriche im Inneren des Feſtlandes unter dem gleichen Breitengrade, während


