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Neues Ackerbausystem ohne Dünger, Pflug und Brache / erfunden von Alexander Beatson
Entstehung
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Zweiter Anhang.

Vom Thonofen und Brennen des Thones.

Die Form und Bauart der Oefen, deren ich

mich zum Brennen des Thons bediene, werden hof⸗ fentlich durch den Grundriß, Durchſchnitt und Auf⸗ riß derſelben, welche man Tafel III. a, b und c

ſieht, deutlich werden. Ein Roſt, durch deſſen Oeff⸗

nungen die Hitze unmittelbar unter den Thon gelei⸗ tet wird, macht ſich fuͤr groͤßere Oefen nothwendig. In kleineren Oefen ſind die Seitenoͤffnungen nicht unumgaͤnglich noͤthig; eine durchbrochene Woͤlbung, die vom Heerd an bis ans andere Ende des Ofens, auf die beim Grundriß mit punktirten Linien ange⸗ gebene Weiſe errichtet wird und am andern Ende mit einer Eſſe in Verbindung ſteht, leiſtet gute Dienſte bei Oefen, die achtzig bis hundert und zwanzig Karren Thon faſſen.

Ein nach den in der Zeichnung angegebenen Maßverhaͤltniſſen erbauter Ofen erfordert ohngefaͤhr drei Tauſend Packſteine;*) zum Moͤrtel dient ge⸗ woͤhnlicher Lehm. Die Errichtung eines ſolchen Ofens kommt etwa auf zehn bis zwoͤlf Pfund Ster⸗ ling(62 Rthlr. 12 gr. bis 75 Rthlr.)**).

*) Die gewoͤhnlichen engliſchen Backſteine ſind neun Zoll lang, vier und einen halben Zoll breit und zwei und einen Viertelzoll dick, welches genaue und beſtimmte Maßverhält⸗ niß ſich in vielerlei Hinſicht ſehr vortheilhaft beim Bren⸗ nen zeigt.

**) Vor dieſen Unkoſten braucht ſich, wer einen ſolchen Ofen zu errichten gedenkt, niemand zu fuͤrchten, denn es vermindert ſich in Deutſchland der Koſtenaufwand weit uͤber die Hälfte und wenn Verſuche bei uns mit gebrann⸗ tem Thone als Duͤngmittel ſeine in dieſem Werke geruͤhm⸗ ten Vorzuͤge darthun, wuͤrde auch ſelbſt dieſer Aufwand nur eine Kleinigkeit ſeyn, gegen die großen Vortheile, die man dadurch gewoͤnne.