93
ad 4. a. Beſchreibung und Umfang des von der Bauerſchaft an den Pre⸗ diger des Orts alljaͤhrlich zur Benutzung zu gebenden 12 Beete Klee.
Ausmittelung des umfangs und Flaͤcheninhalts der Klee⸗Nutzung.
Dem Herrn Prediger iſt das Recht zugeſichert, alljaͤhrlich 12 Beete rothen Klee zur freien Benutzung auf dem Felde der Bauern angebaut zu erhalten. Die Benutzung dieſes Klees kann nur als Heugewinn veranſchlagt werden, indem nie eine andere Benutzung ſtatt gefunden, auch die Vocation des Predigers nur von der Verpflichtung des anzubauenden Klees zur Ge— winnung von Heu ſpricht. Die Bauern ſind verpflichtet, dieſen Klee in ihrem Sommerfelde und zwar in der 2ten Frucht nach Duͤnger anzubauen, auch den erforderlichen Saamen dazu zu geben. Die Laͤnge und Breite der Beete hat keine genaue Beſtimmung, jedoch hat der Predi⸗ ger die Beete von der Laͤnge als ein gewoͤhnliches Gewende hieſigen Orts enthaͤlt, zu fordern, ſo wie auch zu verlangen, daß das Beet eine Breite von 6 Furchen haben muß. Es iſt mit Bewilligung des Herrn Predigers und der Bauerſchaft die Laͤnge der Beete zu 300, und die Breite derſelben zu 3 Ellen Breslauer Maaß angenommen, wonach ſaͤmmtliche 12 Beete Kleeacker enthalten:
I Morgen 73 Quadratruthen.
Dem Prediger ſteht eine 2malige Benutzung des Klees alljaͤhrlich zu, jedoch muß dieſer Kleeacker mit dem 24ſten September jeden Jahres beraͤumt, der Bauerſchaft uͤbergeben werden. In Anſehung der Entfernung des anzubauenden Klees ſteht nichts feſt, ſondern haͤngt vom freien Willen der Bauern ab.
b) Abſchätzung vorſtehender 12 Beete Kleebenutzung. Abſchaͤtzung der Kleenutzung in Heu.
Von den Taxatoren wurde im Verhaͤltniß der Lage, Guͤte und Kleefaͤhigkeit ſaͤmmtli⸗ cher Bauernaͤcker, im Durchſchnitt fruchtbarer und unfruchtbarer Jahrgaͤnge, der Morgen Klee, als amalige Nutzung, auf 8 Centner Kleeheu und Grummet geſchaͤtzt, mithin bringen die 12 Beete von 1 Morgen 73 Quadratruthen Flaͤche, einen alljaͤhrlichen Ernteertrag
von 1237 Pfund Kleeheu und Grummet. Abſchaͤtzung der Kleeheu⸗Nutzung nach Roggenwerth.
Bei Veranſchlagung der Kleeheuernten iſt es zwar Regel, nur 3 ½ Pfund Heu dem Werthe 1 Pfund Roggen gleich zu ſchaͤtzen, da jedoch dieſe Kleeheuernte von keinem großen Um⸗ fange iſt und dem Prediger es moͤglich wird, wenigſtens in den mehrſten Jahren dieſes Klee⸗ heu von der Witterung unbeſchadet zu ernten, auch die Bauerſchaft aus Liebe zu ihrem Predi⸗ ger eine beſtimmt vollkommene Entſchaͤdigung zu geben wuͤnſcht, ſo werden 3 Pfund. Kleeheu


