Druckschrift 
Resultate der Versuche über Erzeugung und Gewinnung des Düngers : wie solcher unter bestimmten Verhältnissen aus Futter und Einstreu bei Haltung der Pferde, des Rindviehes und der Schaafe entsteht ; nebst einer Berechnung oder Ausmittelung des Gewichts und Maaßes von denjenigen ländlichen Erzeugnissen, welche zur Ernährung der Thiere und Erzeugung des Düngers am gewöhnlichsten angewandt werden ; desgleichen Versuch zu einer Werths-Vergleichung der vorzüglichsten Ackerbau-Erzeugnisse nach Roggen-Körner-Werth, wie solche ... bei dem Gute Schierau angenommen und berechnet werden / vom Königl. Amts-Rathe Block. Mit einem Vorw. und Anm. vom Staats-Rathe Thaer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

ob es nicht moͤglich ſey, die Nahrungskraft nach Graden zu beſtimmen oder mit Zahlen auszu⸗ ſprechen, welche jedes Nahrungsmittel bei ſich hat und das Thier zu ſeiner Erhaltung bedarf? Aber offen geſtanden, je mehr ich mir dieſe Frage verſinnlichen und mich durch Verſuche beleh⸗

ren wollte, um ſo verwickelter wurden meine Begriffe uͤber den Ausdruck Kraft bei der thieri⸗

ſchen Ernaͤhrung. Denn jeder Verſuch beſtaͤtigte und belehrte mich, daß die Nahrungsmittel

nur bedingungsweiſe wenn Formen und ſonſtige Eigenſchaften derſelben mit der Organiſa⸗

tion des Thieres im gerechten Verhaͤltniß ſtehen ihre ernaͤhrende Kraft voͤllig leiſten, und daß ſo viele andere Dinge, in welchen zwar keine Nahrungskraft aufzufinden iſt, dennoch mittelbar zur Entwickelung und Wirkung der Kraͤfte auf das Leben und die Kraft des Thieres ſo maͤch⸗ tig einwirken.

Ich hade mich daher uberzeugt, daß obige Frage, wenigſtens von mir, als bloßem Em⸗ piriker, wohl nie aufgeloͤſt werden wird, indem es mir vorzukommen ſcheint, als wenn alles das, was nicht nur bei der Ernaͤhrung der Thiere, ſondern auch auf die Fruchtbarkeit der Erde am maͤchtigſten wirkt wenig ſichtbar mithin auch wenig meß⸗ und waͤgbar ware, und die Sache die wir ſehen, auch deren wirkende Kraft wir aus Erfah⸗ rung kennen, nur die Form oder das nothwendige Vehilel der nicht meß⸗ und waͤgbaren Kraft ſey. Ich bekenne daher, daß mir die Graͤnzen der Kraft, welche durch Nahrungsmittel beim thieriſchen Leben unter Anwendung aller richtigen Verhältniſſe hervorge⸗ bracht werden koͤnnen, noch unbekannt ſind*). 3

Das Beſtreben in der Anwendung umſtehender Grundſaͤtze iſt mir aber doch in ſo weit

nutzlich geworden, daß ich jetzt mit minderem Futterwerth dennoch dieſelbe Wirkung bei der thie⸗ eiſchen Ernoͤhrung hervorbringe, als ich fruͤher nur durch einen groͤßern Kraft⸗Aufwand her⸗ vorbringen konnte, welches ich bei der Futter⸗Veranſchlagung bemuͤht feyn werde durch Bei⸗ ſpiele zu erlaͤutern.

») Kraft kann nur durch ihre Wirkungen wahrgenommen und gemeſſen werden, und der Vegriff der Kraft wird eigentlich durch dieſe erſt gebildet. Wenn wir auch erkennen, daß Wirkungen aus mehrern zuſammenwirkenden Urſachen entſtehen, ſo nennen wir doch die eonereten uUrſachen eine Kraft, in Bezug auf die Wirkuns 1 Th.