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Gegenwärtiger Standpunkt der Theorie über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten im Verhältniss zu der Thätigkeit und dem Reichthum des Bodens / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 3. Februar 1814)
Entstehung
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2 Thaer

In der Regel erfolgt sie auf sandigem und sehr kalkhaltigem Boden merklicher und schneller, auf thonigtem und moderigem Boden langsamer.

3.

Sie erfolgt stärker und schneller nach einer Frucht als nach der an- dern. Unter den eigentlichen Cerealien zieht der Weizen mehr Fruchtbar- keit aus als der Roggen, dieser mehr als die Sommergerste, und diese mehr als der Hafer; weshalb auch die Früchte in dieser Ordnung auf dem Acker gabaut zu werden pflegen.

4. Die Abnahme und Erschöpfung der Fruchtbarkeit erfolgt beim An- bau der Cerealien nach stärkeren, durch günstige Witterung bewirkten Ern- ten merklicher als nach schwächern, durch ungünstige Witterung zurückge- haltnen; jedoch mit der Ausnahme, wenn durch vieles statt der Frucht auf- kommendes und in Saamen gehendes Unkraut der Acker auch erschöpft und noch stärker verunreinigt wird. Dieser Erfahrungssatz ist vielleicht nicht von jedem Ackerbauer so anerkannt, weil er, auſser der gedachten, durch manche Nebeneinwirkungen verdunkelt wird. Er scheint sich mir aber aus der Masse von Beobachtungen einer langen Reihe von Ernten klar zu erge- ben, und er lälſst sich gewissermaſsen schon aus der Gleichheit des Ernte- ertrages und der Produktion ganzer Länder in einem gewissen Zeitraum (wenn sich anders die Kulturart gleich geblieben ist) abnehmen; eine Gleich- heit, die besonders Unger in seinem Werke,die Ordnung der Frucht- preise 1750, nach hundertjährigen Erfahrungen vortrefflich dargestellt hat.

5.

Die ausgesogene Fruchtbarkeit wird dem Acker auf mehrere Weise ersetzt. 4) Durch Dünger, und zwar

a) vegetabilisch-animalischen: aber auch nicht auf allen Bodenarten in

gleichem Verhältnisse. Der sandige und kalkige Boden kann, wenn

er so erschöpft ist, daſs er mit Vortheil nicht mehr bestellt werden

kann, durch eine geringere Quantität von diesem Dünger in seine vo-

rige Fruchtbarkeit wieder versetzt werden; der thonigte und mo-

drige erfordert einen weit stärkern, und wenn er einmal wias frei-

lich nicht leicht geschieht ganz erschöpft ist, eine sehr starke

und wiederholte Düngung;.