Teil eines Werkes 
2 (1825) Anleitung zum practischen Ackerbau. 2
Entstehung
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Kohls, in Bezug auf die Guͤte der Butter, ſpricht, iſt: daß die Strohkohlbutter in London allemal zu demſelben Preiſe verkauft wird, wie die von dem Heu gewonnene, welches mit der Ruͤbenbutter nicht der Fall iſt. Nur muß der Kohl ſich nicht im Zuſtande einer anfangenden Faͤulniß befin⸗ den.*) Auch in Sachſen iſt die Krautbutter hinſichtlich ihres guten Geſchmacks und ihrer vorzuͤglichen Haltbarkeit beſonders beruͤhmt. Die Vorliebe fuͤr das Kraut als Milch⸗ futter iſt in Altenburg ſo groß, daß die Kartoffeln es noch nicht haben verdraͤngen koͤnnen, und das mit Recht! meynt Schmalz. Wie gut, wenn es uͤberall ſo geblieben waͤre!

Man reicht in Sachſen mit der Kohlfuͤtterung nicht ſel ten bis in das neue Jahr, und mit den Strunken wohl bis gegen Faſtnacht. Blaͤtter und Koͤpfe(welche leztere aber wegen dem vorhergehenden wiederholten Blatten wenig be⸗ deutend ſind) werden zuerſt verfuͤttert. Fehlt es an einem Behaͤltniſſe, um die Strunken gegen den Froſt(von welchem ſie ſo leicht angegriffen werden) zu ſichern: ſo muͤſſen ſie

*) Nicht leicht aber laͤßt ſich dieſes zuſammenreimen mit dem, wie ſich derſelbe V. in dem Farmer-Calender ausſpricht, wo er ſagt: Der Kohl iſt fuͤr alles zu maͤſtende Vieh, und auch ſuͤr Schaafe zur Lammzeit ein herrliches Futter; fuͤr Milchvieh und Schweine aber habe ich ihn, bey all' meinen daruͤber angeſtellten Verſuchen, nie gut finden koͤnnen. Die Erfahrung hat mich belehrt, daß Kuͤhe, welche mit Heu gefuͤttert wurden, mehr Milch gaben, als ſolche, denen man ihr Futter zur Haͤlfte in Heu, und zur Haͤlfte in Kohl beſtimmt hatte. Kohl mit Stroh vermiſcht brachte bey Milchkuͤhen immer eine widrige Wirkung hervor. Es muß wohl ein merk⸗ licher Unterſchied zwiſchen Heu und Heu, und Kohl und Kohl obwal⸗ ten, um mit Ehren aus dem Streite herauszukommen, und den Layen kein Aergerniß zu geben!