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Klaſſe der Bauchfüßer oder Schnecken. 221
kleinen Art Geſagte für alle anderen Arten, falls ſie ſchädlich auf⸗ treten ſollten.
Die graue Ackerſchnecke(Limax agrestis).
Das Leben der grauen Ackerſchnecke iſt ſehr von der Feuchtigkeit abhängig; bei trockenem Wetter rollt ſie ſich ein und verkriecht ſich in der Erde, unter einem Steine oder an einem ſonſtigen Orte, wo ſie möglichſt vor völliger Austrocknung geſchützt iſt; ſie kommt in trockenen Zeiten nur nachts, in feuchten Zeiten jedoch auch am Tage an die Oberfläche, um zu freſſen. Die Ackerſchnecke wird in Feldern und Gärten ſehr ſchädlich, aber nur in ſolchen Jahren, die durch große Näſſe für ihr Fortbeſtehen und ihre Fortpflanzung am geeignetſten ſind.— Die glashellen Eier werden in Häufchen von 6—15 Stück an feuchten, verſteckten Stellen(im Boden, unterm Mooſe, Graſe u. ſ. w.) im Auguſt, September, ſogar im Oktober abgelegt; jede Schnecke kanu bis 400 Stück legen. Die Eier können der größten Kälte ſowie der größten Trockenheit Widerſtand leiſten; Feuchtigkeit läßt die zuſammen⸗ geſchrumpften Eier wieder anſchwellen. Bei feuchtem, warmem Wetter ſchlüpfen die jungen(im zuſammengezogenen Zuſtande 2 mm, im aus⸗ gedehnten Zuſtande 10 mm langen) Schneckchen nach 3—4 Wochen aus; kaltes Wetter verzögert das Ausſchlüpfen. Wenn das Wetter günſtig iſt und die geeignete Nahrung nicht fehlt, ſo ſind ſie oft nach ſechs Wochen ſchon beinahe erwachſen.— Aus dem oben Geſagten erhellt, daß in feuchten Jahren, namentlich im Herbſte, die Schnecken in ſehr großer Anzahl auftreten können; es kommt aber bisweilen auch vor, daß die meiſten jungen Schneckchen erſt im nächſten Frühling ausſchlüpfen, ſo daß erſt dann der größte Schneckenfraß einfällt.— Eine Schnecke kann mehrere Jahre alt werden; die trockenen Tage, ſowie die ganze kalte Jahreszeit verbringt ſie im Boden oder an irgend welcher geſchützten Stelle.— Womöglich freſſen die Schnecken die zarten Blättchen und Stengelchen; junges. Getreide, junge Kleepflanzen, Blätter von Raps, Kohl, Rüben, Salat, bilden ihre Lieblingsſpeiſen; ebenſo abgefallenes Obſt, Erdbeeren, Gurken, Kürbiſſe.— Vorbeugungsmittel: Schutz der natürlichen Feinde: Schweine, Maulwürfe, Spitzmäuſe, Enten, Hühner, Tauben, Krähen, Stare, Kröten.— Trockenlegung des Bodens, weil die Schnecken in der Feuchtigkeit am beſten gedeihen.— Möglichſt frühzeitiges Ausſäen des Wintergetreides, weil dann die jungen Pflanzen ſchon etwas größer ſind, wenn die Schnecken maſſenhaft auftreten.— Vertilgungsmittel: Einſammeln. An niedergelegten Kürbis⸗ oder Möhrenſtücken ſammeln ſich die Schnecken gern; ſie können daſelbſt leicht eingeſammelt reſp. durch Beſtreuung mit Kalkpulver getötet werden. — Alle Stoffe, die ſchnell Waſſer anziehen, töten die Schnecken, denn ſie entziehen ihnen das Waſſer, welches für ihr Leben unerläßlich iſt. Man kann zu dieſem Zwecke Kochſalz, ungelöſchten und gelöſchten Kalk nehmen. Am zweckmäßigſten ſcheint mir die Anwendung friſch gelöſchten Kalkes; man ſtreue von dieſem Stoffe 9— 11 hl per Hektar. Weil der


