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Zoologie für Landwirte : Mit 194 Textabb. / von J. Ritzema Bos
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214 Klaſſe der Plattwürmer.

ſehene Würmer, deren Darmkanal ſich gleich hinter dem Schlunde in zwei Aſte teilt, welche ſich bei einigen Arten(z. B. dem großen Leber⸗ egel) wiederholentlich(baumförmig) verzweigen. After fehlt, das Blut⸗ gefäßſyſtem auch. Faſt alle Saugwürmer ſind hermaphrodit; ſie be⸗ fruchten ſich ſelbſt. Alle in ihrem Wirte lebende(ſog. entoparaſitiſche) Saugwürmer legen eine große Anzahl kleiner Eier, aus denen Larven entſtehen, die ſich in ungeſchlechtlich ſich fortpflanzende Tiere umändern. Erſt dieſe oder ihre Nachkommen bringen wieder das Geſchlechtstier zur Welt. Die Entwickelung geſchieht alſo mit Metageneſe(S. 14), zugleich aber mit Wirtswechſel. Ich brauche hier bloß die beiden Leberegel zu beſprechen, die namentlich den Schafen gefährlich werden.

Der große Leberegel(Distoma hepaticum),

Fig. 186; platt, in der Mitte aufgeblaſen, wenn er mit einer großen Anzahl von Eiern gefüllt iſt; nur die Ränder bleiben flach. Letztere ſind ſchmutzig⸗braun, während die Mitte des . Körpers graugelb iſt. Am Vorderende dehnt ſich der Körper dreieckig nach vorn aus; ein Saug⸗ napf an der Vorderſpitze und einer am Hinter⸗ ende des Dreiecks. Körperoberfläche mit mikro⸗ ſkopiſch kleinen, nach hinten gerichteten Stacheln 8 bedeckt, welche dem Vorwärtskriechen in den Gallengängen kein Hindernis in den Weg ſtellen, das Zurückkriechen reſp. Zurückgleiten aber un⸗ möglich machen. Eier 0,14 mm lang, mit roter, grünlich ſchimmernder Schale. Sie kommen nur zur tr 180 4 Entwickelung, wenn ſie ins Waſſer gelangen, di m Der eharegf! wozu in feuchten Jahren und auf niedrig ge⸗ n. Gr. legenen Wieſen die Gelegenheit ſehr günſtig iſt, weil unter ſolchen Bedingungen der Schafkot mit den darin enthaltenen Leberegeleiern in Waſſerpfühle fällt. Aber auch in weniger feuchten Jahren und auf nicht ſehr feuchten Wieſen können ſich viele der Eier entwickeln, wenn ſie in irgend welcher Weiſe (durch den Regen oder an den Füßen der Schafe) in einen Graben gelangen. Die Larve, welche aus dem Leberegelei entſchlüpft, iſt S mm lang, länglich und ſchwimmt mittelſt einer Wimperbekleidung frei im Waſſer umher(Fig. 187 a). Bald wandert ſie in die Atem⸗ höhle einer kleinen Schlammſchnecke(Lymnaeus minutus) Fig. 1871 ein, verliert die Wimperbekleidung, wird breiter, ſogar faſt kugelrund. Schon bei der frei umherſchwimmenden Larve findet ſich im Hinterteile des Körpers eine Keimzellenanhäufung; ſpäter teilen ſich dieſe Keim⸗ zellen wiederholentlich und bilden alſo Keimzellhaufen, welche ſpäter neue Tiere bilden. Die frühere Larve iſt alſo zum erwachſenen Tiere

geworden und heißt jetzt Sporocyste(Fig. 187 b, c). Die in derſelben

auf ungeſchlechtlichem Wege aus den Keimzellhaufen ſich bildenden Tiere