überſicht über den Körperbau und die Lebenserſcheinungen der Tiere. 15
Generationswechſel. Bei der erſteren(Fig. 10) wechſeln geſchlechtlich ſich fortpflanzende Tierformen mit anderen Geſchlechtstieren ab, ſei es, daß dieſe von getrenntem Geſchlechte oder zugleich mit männlichen und weiblichen Organen ausgeſtattet(„hermaphrodit“) ſind. Bei der Metageneſe wechſelt eine geſchlechtliche Generation mit einer oder mit mehreren ungeſchlechtlich ſich fortpflanzenden regelmäßig ab(Fig. 11).
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Fig. 11. Entwickelungsgeſchichte einer Qualle(Aurelia). Die erwachſene Qualle(11) iſt herm⸗ aphrodit; ſie legt Eier, aus denen kleine Larven(1) ausſchlüpfen, die ſich mittelſt kleiner be⸗ weglicher Härchen(Wimpern) durch das Waſſer fortbewegen. Nachher ſetzt ſich die Larve auf ein Felſenſtück oder auf irgend welchen Gegenſtand nieder; es bildet ſich eine Art Anheftungs⸗ ſcheibe, ſowie am oberen Körperrande eine Mundöffnung(2); auch verliert die Larve ihre Wimpern, die ſie gar nicht mehr braucht. Die feſtſitzende Larve wächſt und bildet um die Mundöffnung herum Armchen, die zum Greifen der Nahrung dienen. Dieſe Armchen wachſen allmählich(3, 4, 5, 6). Das inzwiſchen ſtark in die Länge gewachſene Tier ſchnürt ſich nachher ein(7): es entſtehen eine Anzahl aufeinander geſtellte Scheibeu, die jede für ſich an ihrem nach oben gewendeten Rand Ärmchen bekommen(8), ſpäter ſich voneinander loslöſen und ein ſelbſtändiges Leben anfangen(9), d. h. ſie werden junge Quallen(10), die nach einer geringen Formänderung erwachſen werden(11). Die Qualle ſtellt die geſchlechtliche Generation, der feſt⸗ ſitzende„Polyp“(3—8), der ſich teilt, die ungeſchlechtliche Generation vor. Die Qualle Aurelia liefert ein Beiſpiel einer ſich mit Generationswechſel entwickelnden Tierart.(Ich will bei der Fig. 11 noch bemerken, daß die Fig. 1 und 2 ſehr ſtark, die folgenden je weniger vergrößert ſind, während ſogar 11 ſehr ſtark verkleinert iſt.)
Generationswechſel kommt bei den im Meere lebenden Quallen vor(vgl. Fig. 11 nebſt Erklärung), aber auch bei mehreren nachher in dieſem Buche zu behandelnden Würmern(Bandwürmer, Leberegeh).
Das Tierreich zerfällt(vergl. S. 1) in Kreiſe oder Haupt⸗ abteilungen. Gewöhnlich unterſcheidet man deren ſieben: I. Wirbeltiere, II. Gliedertiere, III. Würmer, IV. Weichtiere, V. Stachelhäuter, VI. Neſſeltiere, VII. Urtiere.


