166 Waſſer.
Ob ein Waſſer mehr Kalk als 12 Teile in 100,000 Teilen enthält, dasſelbe alſo zu verdünnen iſt, zeigt ſich beim erſten Zugeben der Seifen⸗ löſung zu dem unverdünnten Waſſer durch die Bildung flockiger Aus⸗ ſcheidung und einer eigentümlichen ſchaumigen Haut auf dem Waſſer, während Waſſer von geringerem Kalkgehalt durch den anfänglichen Zuſatz der Seifenlöſung nur opaliſierend wird.— Das Schütteln des Waſſers nach Zuſatz von Seifenlöſung muß immer auf dieſelbe Weiſe geſchehen, am beſten von oben nach unten, indem der Stöpſel und Hals des Glaſes mit der rechten, der Boden desſelben mit der linken Hand angefaßt wird.
Bezüglich der Härte des Waſſers hat man zu unterſcheiden:
a) Geſamthärte des Waſſers, welche bedingt iſt durch die ganze im friſchen Waſſer enthaltene Menge der Kalkerde, einerlei an welche Säuren dieſelbe gebunden iſt.
b) Bleibende oder permanente Härte, bedingt durch die Kalkſalze, welche durch bloßes Aufkochen des Waſſers ſich nicht ab⸗ ſcheiden(ſchwefelſaures Calcium, Chlorcalcium dꝛc.).
Zur Beſtimmung der bleibenden Härte werden 300 oder 500 cem Waſſer in einem etwa das doppelte Volumen faſſenden Kolben wenigſtens ½ Stunde lang gekocht. Nach dem Erkalten wird das gekochte Waſſer in eine 300 ccm, reſp. 500 cem faſſende Flaſche gegoſſen und der Kolben mit deſtilliertem Waſſer nachgeſpült, ſchließlich die Meßflaſche bis zur Marke gefüllt, das Ganze durchgeſchüttelt und filtriert. In 100 cem des filtrierten Waſſers(bei größerem Kalkgehalt in 50 ccm, mit 50 cem deſtilliertem Waſſer verdünnt) wird dann, wie oben angegeben, die Härte beſtimmt.
c) Die temporäre Härte des Waſſers ergiebt ſich aus der Differenz zwiſchen der gefundenen Geſamthärte und der bleibenden Härte und iſt abhängig von der Menge Kalk(und Magneſig), welche durch freie Kohlenſäure aufgelöſt erhalten wird und alſo durch Kochen aus dem Waſſer ſich abſcheidet.


