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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
Entstehung
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Phosphorſaures Kali. 219

ein ſehr chlorarmes Fabrikat und würde ſich vielleicht zur Düngung des Tabaks eignen, wenn es nicht allzu teuer wäre. Der Preis von einem Pfunde Kali darin beträgt ab Staßfurt über 28 ½ Pfennig, während das Pfund Kali im allerbeſten ſchwefelſauren Kali nur etwa 17,8 Pfennige koſtet.

Phosphorſaures Kali.

In Gegenden, wo geringwertige, ſtark eiſenhaltige Phosphate billig zu haben ſind, wird in neuerer Zeit Kaliumphosphat für Düngezwecke hergeſtellt. Die Phosphate werden mit ſo viel 1015 prozentiger kalter Schwefelſäure in Rührwerken behandelt, daß ſämtliche Phosphor⸗ ſäure frei wird. Man erhält dann eine, nur etwas Gips enthaltende Phosphorſäurelöſung, die man von dem Bodenſatze abzieht. Dieſe Löſung wird nun bei H. und E. Albert in Biebrich nach dem Deutſchen Reichspatent Nr. 69 491 mit der nötigen Menge ſchwefelſauren Kaliums und belgiſcher Phosphatkreide in Rührwerken etwa eine Stunde lang behandelt, wobei ſich ſaures phosphorſaures Kali und Gips bildet, während Kohlenſäure aus der Kreide entweicht. Die chemiſche Formel für dieſen Vorgang iſt:

K. SO,+ 2 H. P0.,+ Ca C0 3 (Kaliumſulfat)(Phosphorſäure)(kohlenſaur. Kalk) = 2 KH PO0.+ C(CaSsO.,+ C02+ HZ O.

(ſaur. Kaliumphosphat)(Calciumſulfat)

Der Gips wird, wie oben, durch Abſitzenlaſſen oder durch Filtrier⸗ apparate, ſogenannte Filterpreſſen, von der Phosphatlöſung getrennt. Letztere wird eingedampft.

Bei dieſer Fabrikation fällt ein Nebenprodukt ab, der Super⸗ phosphat⸗Gips, ſehr fein verteilter Gips, der noch Phosphorſäure enthält und als Einſtreu in die Ställe, zum Zwecke der Bindung des ſich aus dem Stallmiſte entwickelnden Ammoniaks, ſehr geeignet iſt. Selbſtverſtändlich verträgt der Superphosphat⸗Gips keine hohe Fracht.

Das Kaliumphosphat von H. und E. Albert enthält 36 38 Proz. waſſerlösliche Phosphorſäure und 26 28 Proz. Kali. Wenn es auch zweifellos iſt, daß die Verbindung von Kali mit Phosphorſäure land⸗ wirtſchaftlich eine der beſten iſt, welche es giebt, ſo iſt doch das Ver⸗ hältnis, in welchem dieſe beiden Stoffe im Kaliumphosphat vorhanden ſind, ein unrationelles, der Kaligehalt iſt zu niedrig gegenüber dem Phosphorſäuregehalt. Während in einer Zuckerrübenernte etwa 5 Mal ſo viel und in einer Getreideernte doppelt ſo viel Kali als Phosphor⸗ ſäure enthalten iſt, enthält das Kaliumphosphat weit mehr Phosphor⸗ ſäure als Kali. Es iſt trotzdem für Verſuche in Weinbergen und auf