214 Andere Darſtellungsweiſe des Chlorkaliums.
Anſicht von oben darſtellt. A iſt in denſelben ein Kaſten, deſſen Boden durch die Dampfrohre bb geheizt wird. In der Mitte des Kaſtens ſteht die Welle e, an der die Rührarme dd, ſowie die ſchwere Walze c befeſtigt ſind. Der Betrieb der Rührvorrichtung geſchieht von der Riemſcheibe g durch die koniſchen Räder f. Bei der Umdrehung der Welle e rühren die Arme dd das Salz auf, die Welle drückt dasſelbe wieder feſt, ſo daß immer von neuem heißes Salz an die Oberfläche gelangt. Das getrocknete Salz wird durch die Ausflußrinne h in einen untergehaltenen Sack geräumt.
Für Düngezwecke beſtimmtes Chlorkalium muß nach dem Trocknen noch in einer Mühle, wie wir dieſelbe S. 203 kennen gelernt haben, gemahlen werden, wenigſtens wenn dasſelbe von Haus aus grobkörnig oder durch Calcinieren getrocknet iſt. Das in obiger Trockenmaſchine hergeſtellte Salz bildet meiſt ſchon an ſich ein ſtreufähiges Pulver.
Im allgemeinen arbeitet man nach der eben beſchriebenen Methode nur auf Chlorkalium von 80 Proz. Gehalt, nur wenige Fabriken treiben das Decken ſoweit, daß 97 bis 98 prozentiges Salz entſteht, obgleich man das durch das Deckwaſſer aufgelöſte Chlorkalium ſofort in den Kriſtalliſiergefäßen wieder erhält, wenn man die Lauge zum Auflöſen von Rohſalz verwendet.
Bei der nun zu beſchreibenden Methode erhält man jedoch von vornherein Salz von 98 Prozent.
Die Vorbereitung des Rohſalzes und der Transport desſelben nach den Löſekeſſeln finden bei dieſer Methode genau in derſelben Weiſe ſtatt, wie bei der vorher beſchriebenen, nur die Art des Löſens iſt eine andere. Als Löſelauge benutzt man ausſchließlich Mutter⸗ lauge, die geringe Menge Decklauge, die man erhält und Auf⸗ kochelauge, man vermeidet alſo jeden Waſſerzuſatz. Hat man dieſe Lauge zum ſtarken Kochen erhitzt, ſo läßt man das Rohſalz wie bei der vorigen Methode einfallen und löſt unter lebhaftem Kochen, bis das Gewicht der Löſung 35— 36° Bé. erreicht hat. Der Carnallit des Rohſalzes löſt ſich bei dieſer Konzentration leicht auf, wenn nur die Löſung heiß genug iſt, d. h. wenn man mit genügend geſpanntem Dampfe arbeitet. Gut eingerichtete Fabriken verwenden dabei Rühr⸗ werke, welche zur beſſeren Miſchung der Löſung, alſo zur beſſeren Ausnutzung des Rohſalzes beitragen. Trotzdem iſt der Rückſtand noch oft reich an Chlorkalium, man kocht ihn daher noch einmal mit reiner Mutterlauge auf.
Das Klären der erzielten Löſung geſchieht in derſelben Weiſe, wie
bei der vorher beſchriebenen Methode; die geklärte Löſung ſetzt aber
beim Erkalten nicht Chlorkalium, ſondern Carnallit ab, den man ab⸗ tropfen laſſen und alsdann, wie den durch Verdampfen der Mutter⸗ laugen erzielten, in kochendem Waſſer auf Chlorkalium umlöſen kann. Da ſich Kochſalz, ebenſo wie Kieſerit, in ſtarker Chlormagneſiumlöſung


