198 Polyhalit. Krugit. Steinſalz.
daher wohl leicht erklärlich, doch iſt ſeine Exiſtenz, als Mineral,
noch nicht mit Sicherheit feſtgeſtellt. Künſtlichen Schoenit ſiehe ſpäter. 5. Der Polyhalit. Derſelbe tritt in Schnüren*) von 26
bis 33 mm Stärke als Zwiſchenlagerung des Steinſalzes auf. Meiſt
amorph, nur ſelten kriſtalliniſch, hellgrau, Bruch muſchelig, ſpez. Gew. 2,72. Seine Unterſuchung ergab in 100 Teilen
Schwefelſaures Kali........ 27,90 Schwefelſaure Magneſia....... 19,76 Schwefelſauren Kalk........ 42,64 Waſſer........... 5.,,75 Kochſalz(als Verunreinigung)..... 3,49
99,54
Seine Formel würde daher ſein K. SO.+ Mg S0.+ 2 Ca 80, + 2 H2 O. Beim Behandeln mit Waſſer löſt ſich aus demſelben vor⸗ zugsweiſe das Kaliſalz auf, während die ſchwefelſaure Magneſia und der ſchwefelſaure Kalk zum größten Teile ungelöſt zurückbleiben.
Der Polyhalit wurde ſchon vor ſeiner Entdeckung im Staßfurter Kaliſalzlager an verſchiedenen Orten, zu Iſchl, Hallein, Berchtesgaden ꝛc., aufgefunden, z. T. rhombiſch kriſtalliſiert oder doch wenigſtens ſtänglich⸗ oder faſerig⸗kriſtalliniſch.
6. Der Krugit iſt dem Polyhalit in chemiſcher Beziehung ähnlich; er enthält doppelt ſo viel ſchwefelſauren Kalk(Gips), als erſterer und iſt daher nach der Formel K. SO.+ Mg S0,+ 4 CaSO, + 2 H O zuſammengeſetzt. Maercker fand in demſelben:
Schwefelſ. Kali. 18,60 Proz. darin Kali 10,05 Proz. „ Magneſia 14,70„ „ Kalk 61,00„
Waſſer..... 4,20„
Kochſalz.... 1,50„
Spez. Gewicht 2,801.
Von kalifreien Mineralien des Rohſalzes ſind zu erwähnen:
1. Das Steinſalz. Es iſt nach der Formel Na Cl aus Chlor und Natrium zuſammengeſetzt und im äußeren dem Sylvin ſehr ähnlich. Während es für gewöhnlich nur kriſtalliniſch vorkommt(die Flächen reiner Stücke ſind nur Spaltungsflächen nach dem Würfel), tritt es in den oberen Schichten der Abraumſalze zuweilen in oktaödriſchen Kriſtallen, die zu Druſen vereinigt ſind, auf. In dem das Weſter⸗ egelnſche Lager überlagernden Salzthone findet man auch vielfach das Steinſalz in Pſeudomorphoſen, kriſtallähnlichen Bildungen, nach der Form der Anhydrit⸗ und Carnallitkriſtalle. Es löſt ſich, wie Chlor⸗
*) Schnüre nennt man in der Sprache des Staßfurter Bergmanns Salz⸗ ſchichten von geringer Dicke, welche das Salzlager durchziehen.


