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Ueber die Abarten der Merinoschafe, ihre Entstehung und Vervollkommnung / von Herrn Thaer
(vorgelesen den 8. März 1816)
Entstehung
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die Wolle zu sehr niedrigen Preisen verkauft werden muſs; weswegen sich auch bei den vormaligen groſsen Schäferei-Eigenthümern kein Trieb äuſsert, sie wieder herzustellen, um so weniger, da ihnen das Recht der Mesta strei- tig gemacht wird, und die Krone und die Geistlichkeit, die ihre Schäfereien ganz verloren haben, sich nicht darum bekümmern. Einige verständige kleine Grundbesitzer bemühen sich, aus Frankreich wieder etwas Preiswür- diges zu erhalten.

Nach Frankreich muſste man also gehen, um hochedle Merino's zu holen, und der Zeitpunkt war sehr günstig. Die groſse Vorliebe war mit dem Abgange der Kaiserin Josephine schon erkaltet, und die immer zu- nehmende Herrsch- und Eroberungssucht Napoleon's gab diesem friedli- chen Betriebe keine Nahrung mehr. Wie nun die Drangsale des Krieges auf Frankreich zurückprallten, ein Theil der Schäferei-Eigenthümer sich ge- Hüchtet oder versteckt hatte, und man bei der Ueberströmung fremder Heere das Geld für sicherer als die Heerden hielt, konnte man zu billigen Preisen kaufen. Denn alles, was zu uns gekommen, ist vom Staate und mehreren Privaten richtig bezahlt, nicht geraubt oder abgedrun- gen worden.

Die Heerden, welche, oder aus welchen auf königliche Rechnung ge- kauft worden, sind:

1) Die des Hrn. Bourgois zu Roseau, Administrators von Rambouil- let, welche, nach dem Urtheil aller Kenner, der von Rambouillet völlig gleich kommt.

2) Eine dem unglücklichen Murat gehörige und einem Herrn Dailly zu Trappe übertragene.

3) Eine dem Marschall Moncey gehörige und von ihm aus Spanien geschickte. 3

4) Eine dem Hrn. Dailly zu Sartorie gehörige.