iiber die Abarten der Merinoschaſe. 7
gie, womit übrigens die Veredlung der Schafzucht im Oesterreichischen be- trieben wird, geht aus den uns bisher unglaublich scheinenden Preisen her- vor, welche für die vorzüglichen, ihrem Ideale entsprechenden Zuchtsöthre in den öffentlichen Auctionen schon seit 18 Jahren bezahlt worden sind. 1500, 2000, 3000 Gulden silberwerth sind nichts Seltenes. Neuerlich scheint sich jedoch unter mehrern vorzüglichen Schäferei-Eigenthümern daselbst eine andere Ansicht zu verbreiten und der Zweck einer höhern Verfeine- rung des Haars mehr aufgefalst zu werden. Auch fängt man an, das Un- zweckmäſsige der groſsen Köder und anderer Auswüchse, so wie der Rau- heit der untern Beine und des Gesichts, anzuerkennen, indem sich auf die- sen Theilen immer nur grobe und haarige Wolle erzeugt; und es werden deshalb Stöhre aus Schäfereien Sächsischen Stammes daselbst beliebter und gesucht. Bei dem Grunde der Vollwolligkeit, den man dort gelegt, kann diese Kreuzung allerdings von dem glücklichsten Erfolge seyn; vielleicht nicht in den ersten Generationen, indem die Kreuzung zu heterogener Thiere oft unzweckmäſsige Verbindungen, hier vielleicht eine Vermischung von här- terer und sanfterer Wolle, hervorbringt, aber um so mehr in den folgen- den. Vorerst können wir die Oesterreichischen Merino's wieder als eine eigenthümliche Race betrachten, die von einem Kennerauge sogleich er-
kannt wird.
In die Preuſsischen Staaten lieſs schon Friedrich der Groſse gleich nach dem siebenjährigen Kriege zu wiederholten Malen Spanische, so wie auch andere ausländische Schafe einführen. Sie kamen aber in Hände, die sie nicht zu schätzen wulsten, und es ist nur hin und wieder noch eine schwache Spur von der Nachkommenschaft dieser ersten Stämme geblieben. Auf den Betrieb des Ministers Struensee lieſs unsers jetzt regierenden Kö- nigs Majestät die Erlaubniſs, eine bedeutende Anzahl aus Spanien auszufüh- ren, bei dem dortigen Hofe bewirken, und übernahm die allgemeinen Ko- sten bei diesem sonst auf Rechnung einer groſsen Anzahl von Gutsbesitzern zu machenden Ankaufe. Der jetzige Oberpräsident zu Münster, Herr Baron von Vinke, übernahm, ohne eigenes Interesse dabei zu haben, bloſs in pa- triotischer Hinsicht das Geschäft, und besorgte auf eine sehr mühsame Weise den Ankauf in Spanien, den er so vortheilhaft für die Interessenten ausführte, daſs das Stück, hierher gebracht, nicht über 30 Thaler zu stehen
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