Vorſtehende Beſtimmungen uͤber den Ertrag pro Morgen(von 180 Ruthen Rheinl. Maß) an Scheffeln und Centnern gruͤnden ſich, Hinſichts der Angabe in Scheffeln, uͤberall auf eine genaue Rechnungsfuͤhrung nach dem Gemaͤß; was aber die Angabe in Centnern bei den Futter⸗ gewaͤchſen und dem Getreideſtroh betrifft, auf ſorgfaͤltige Schaͤtzungen und verſchiedene genaue Ab, wiegungen. Dies fuͤr diejenigen, welche waͤhnen ſollten, es ſeyen hier viel willkuͤrliche Saͤtze, und welche bei ſolchen genauen Angaben ſich wundernd fragen moͤchten, woher man ſie genom⸗ men, weil ſie ſich nie die Muͤhe gegeben, dazu, und uͤberhaupt zu einer klaren Anſicht uͤber den Ertrag ihrer Aecker, zu gelangen; und hierzu noch die Bemerkung, daß ich die ſchon fruͤ⸗ her angedeuteten Reſultate einzelner Abwiegungen beim Getreide⸗ und Futtergewaͤchsbau weiter unten beibringen werde, welches hier geſchehen ſeyn wuͤrde, wenn ich nicht wahrgenommen, daß ihre Darlegung einen groͤßern Raum fordere, als hier dafuͤr gegeben werden kann. Im Bei⸗ ſpiele C. iſt der ganze Ertrag pro Morgen in Scheſfſeln und Centnern, und das Ertragskorn dadurch ermittelt und normirt worden, daß man dem eignen verrechneten Koͤrner⸗ und Stroh⸗ gewinne den, nach Maßgabe dieſes leicht gefundenen, Betrag des abgegebenen Zehnts und der Natural⸗Loͤhnung fuͤr Maͤhen zugerechnet hat, wie dies nicht anders und, da die Schockzahl das Verhaͤltniß angiebt, nicht richtiger geſchehen konnte.
Die Zehnten, dieſe laͤſtige, die Kultur ſtoͤrende Naturalabgabe, beſtehen leider auch in hie⸗ ſigen Gegenden noch ſehr haͤufig, wiewohl von der Staatsverwaltung weiſe Verordnungen zu ihrer Beſeitigung laͤngſt gegeben wurden. Eigenſinn und Unverſtand widerſtreben nicht ſelten den letztern. Wenn dieſe aber auch da ſich blicken laſſen, wo eigentlich nur die Konkurrenz von Do⸗ manialbeſitz in Betracht kommt, ſo muß das um ſo mehr Wunder nehmen, und wird nur da⸗ durch erklaͤrlich, daß der Domanial⸗Grundbeſitz meiſtens Andern zur Nutzung uͤberlaſſen iſt, die theils Mangel an Gemeinſinn und Sachkenntniß, theils eigner, oft gar mißverſtandener Vortheil hindert, ihre Verwaltungsbehoͤrde uͤber die Intereſſen der Domaine aufzuklaͤren. Ob, oder wann jene ihr Einſchreiten in dergleichen gemeinnuͤtzigen Angelegenheiten auf dem Impuls des einzelnen Intereſſenten beruhen laſſen koͤnne, bleibt hier ununterſucht. Bei der Wirthſchaft im Beiſpiele C. laſtete die Servitut nur auf den Halm⸗ und Koͤrnerfruͤchten im Winter- und Sommerfelde, die eigentlichen Brachfruͤchte(Futtergewaͤchſe) und alle Fruͤchte im Brachſchlage waren ihr nicht un⸗ terworfen.
Die Natural⸗Loͤhnung mit Korn und Stroh, als Quote in Schocken, fuͤr das Maͤhen, Binden, Zuſammenſetzen und Nachharken des Roggens und Weitzens iſt in hieſigen Gegenden auch noch ſehr gewoͤhnlich, beſonders in kleinern Guͤtern und Bauernwirthſchaften. Groͤßere Guͤ⸗ ter und rechnende Wirthe ſuchten, vornehmlich ſeit den fuͤr die Landwirthſchaft guͤnſtigen Zeiten, zu Anfange dieſes Jahrhunderts davon loszukommen. Dies war da, wo es an Arbeitern fehlte, nicht ohne Schwierigkeit, weil die alten, an ſolche Natural⸗Loͤhnung gewoͤhnten und durch ihren Betrag wohl verwoͤhnten Arbeiter ſich dieſelbe entziehen und mit einem geringeren, ſie aller⸗ dings damals nicht entſchaͤdigenden, Geldlohne ſubſtituiren zu laſſen widerſtrebten. Bei großer
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