Teil eines Werkes 
Zweites Heft (1829)
Entstehung
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ihrem wirklichen Betrage niedergeſchrieben; fuͤr die Direktion habe ich aber in dieſer Wirthſchaft B, welche der unter A ziemlich gleich iſt, auch die runde Summe von 200 Thlr., die in letz⸗ terer erfordert worden, beibehalten, und werde uͤber den Betrag, welcher fuͤr die Direktion zu rechnen ſeyn und ſich dabei rechtfertigen laſſen moͤchte, weiter unten verhandeln.

Zum Schluß erinnere ich noch uͤber das Reſultat dieſes Wirthſchafts⸗Beiſpiels B:

1) daß der Morgen Acker und Wieſe im Durchſchnitt mit Hinzurechnung der Viehnutzung

brutto 7 Thlr. 7 Gr. 4 Pf,, netto aber nach Abzug von 4 10 ⸗1 Wirthſchafts⸗Ausgabe, excluſ. 2 Thlr. 20 Gr. 3 Pf. Zinſen vom Grundka⸗ pitale, 2 Thlr. 21 Gr. 3 Pf. abtrug;

2) daß, eine wirkliche Verzinſung des ganzen Grundkapitals vorausgeſetzt, der Morgen dem Grundbeſitzer nur noch 1 Gr. Reinertrag abwarf, welcher gar nicht in Betracht koͤmmt, weil er die von Zeit zu Zeit nothwendigen außerordentlichen Ausgaben auf Bauten u. ſ. w. bei weitem nicht deckt;

3) daß mithin in dieſem Falle die Produktionen des Ackerbaues und der Viehzucht zu niedrigern Preiſen, als die wirklich beſtandenen Durchſchnittspreiſe, nicht verwerthet werden durf⸗ ten, wenn nicht die Fortſtellung der ganzen Wirthſchaft gehemmt oder Zubuße von außerhalb nothwendig werden ſollte;

4) daß demnach der Gutsbeſitzer wohl behaupten konnte, er habe ſeine Produkte des Acker⸗ baues und der Viehzucht im Allgemeinen nur zur ihren Produktionskoſten, d. h. fuͤr das, was ihre Erzeugung gerade ihm koſtete, produzirt. Die Produktionskoſten der Koͤrnerfruͤchte waren alſo in dieſem Beiſpiele und nach dieſer Schlußfolgerung etwa die, welche ich Seite 9 als wirklich Statt gefundene Durchſchnittspreiſe eines Sexennii angegeben habe. Der Scheffel kam darnach von Oelfrucht 72 Gr., Roggen 24, Weitzen 38, Huͤlſenfrucht 34, Hafer 16 und Gerſte 20 Gr.; daß dieſe indeß nicht ganz genaue Produktionspreiſe ſeyn koͤnnen, ſieht man ſchon bei oberflaͤchlicher Vergleichung ihrer Verhaͤltniſſe, worin namentlich die Oelfrucht zu hoch ſteht, und durch ihren Ertrag uͤber die Koſten der Produktion das Minus bei der Kultur anderer Fruͤchte auszugleichen ſcheint. Im konkreten Falle genuͤgt es, zu bemerken, daß obige Preiſe den wirk⸗ lichen Produktions⸗Preiſen nahe kommen, und daß wenigſtens das Ergebniß der Summe aus der Verwerthung der Produkte nach dieſen Preiſen der wirklichen Produktionskoſten⸗Summe ziem⸗ lich gleich ſeyn muͤſſe, weil im Rechnungsabſchluſſe Seite 10 Einnahme und Ausgabe faſt ba⸗ lanziren. Daß, wenn man 1620 Thlr. Grundkapital⸗Zinſen aus der Rechnung weglaͤßt, da⸗ durch ein Plus der Einnahme gegen die Ausgabe von 1646 Thlr. ſich darſtellt, und nun hierauf eine Produktionskoſten⸗Ermittelung der verſchiedenen Fruͤchte begruͤndet, deren Reſultat ganz an⸗ ders ausfallen und die Saͤtze der Produktion durchweg viel geringer erſcheinen muͤſſen, iſt wieder eine andere Betrachtung, die ich um ſo weniger verfolge, als ſie ſicher nicht die richtige iſt. Sie kommt aber haͤufig vor, und bewirkt die großen Verſchiedenheiten in den Produktionskoſten⸗