Dieſe Wirthſchaft B kultivirte ſelbſt 545 Morgen, mithin 30 Morgen oder 1I, mehr, als die in fruͤherer Abhandlung geſchilderte Wirthſchaft A(vergl. daſelbſt S. 9 und 10), bezog von 26 Morgen Wieſen um ¾ mehr Heu, als letztere von 80 Morgen; ihre jaͤhrliche Ausſaat war um uI ſtaͤrker, ihr Koͤrnergewinn aber um faſt betraͤchtlicher, und es erfolgte bei den Halm⸗ fruͤchten faſt 9½ Korn, wogegen in der Kultur bei A(vergl. Seite 21) nur etwa 84½ Korn. Das Prinzip der Bearbeitung war bei beiden im Allgemeinen ein und daſſelbe; die Differenz im Ertrage lag daher in der Qualitaͤt des Bodens, der beſonders auch den Bau der Oelfrucht und des Weitzens beguͤnſtigte.
Sie produzirte auch ſo bedeutend mehr Stroh, daß ich es bei jeder Frucht zu wenigſtens 8 Prozent anſchlage, und da auch der Hackfruchtbau und der Futtergewaͤchsbau uͤberhaupt viel lohnender waren, ſo zweifle ich nicht, daß die Wirthſchaft noch eine betraͤchtliche Vermehrung des Viehſtandes zugelaſſen haben moͤchte. Nur in Hinſicht der Schaafhaltung erregte der Mangel an Weiden fuͤr den Sommer einige Schwierigkeit, und wuͤrde die Anſaͤung mehrerer Ackerflaͤchen zur Weide nothwendig gemacht haben. Bei beſtehender Koppelhuͤtung und Gemeinheit ſchien die Ver⸗ mehrung des Rindviehes nicht minder vortheilhaft.
Der Verbrauch an Koͤrnern uͤbertraf in der Wirthſchaft B noch den der Wirthſchaft A, ob ſie gleich, bei betraͤchtlich geringerer Schaafhaltung, im Ganzen weniger Vieh zu ernaͤhren hatte. Dies wenigere wurde reichlicher gefuͤttert, und namentlich iſt die Gegend an ſtarke Futterungen der Pferde gewoͤhnt.
Es betrug in abgerundeten Zahlen der geſammte Koͤrner⸗Ertrag durchſchnittlich 4670 Schfl. der geſammte Wirthſchaftsbedarf.............. 2500
und der Ueberſchuß zum Berkauf.............. öͤ2170 ⸗ oder nach der Ausſaat reſp........... 9,8 Korn, 5,25 und 4,55 Korn, in der Wirthſchaft A aber....... 8,8„ 5,5 und 3,3„
oder reſp. 3920, 2451 und 1469 Schfl.,
und die Hufe trug dort 10 Wſpl., hier aber 10 ¼ Wſpl. Koͤrner ab, wovon dort 6 ½¾ konſumirt und 3 ¾ verkauft, hier aber 5 ¾ konſumirt und 5 verkauft wurden(vergl. Seite 20 und 23 des erſten Beiſpiels). Bei einer gleichmaͤßigen Viehhaltung in beiden Wirthſchaften wuͤrde die Kon⸗ ſumtion gleichmaͤßig ausgefallen ſeyn, jedoch mußte natuͤrlich in der Wirthſchaft B wegen ihrer hoͤhern Produktion der Ueberſchuß zum Verkauf auch groͤßer bleiben; welches auch um ſo noth⸗ wendiger war, als aus dem Koͤrnerverkauf der Ausfall bei einer geringen Schaafhaltung moͤg⸗ lichſt erſetzt werden mußte.
Zur Ernaͤhrung der letztern dienten, gemaͤß den Anſaͤtzen vorſtehender Tabelle, durchſchnittlich pro Jahr 52 Schfl. Koͤrner, 200 Schfl. Kartoffeln, und 1600 Ctr. Klee in gruͤnem Zuſtande, wovon aber 400 Ctr. abgeweidet, und nur 1200 Ctr. zu Heu gemacht wurden, die auf 280 Ctr. Kleeheu anzuſchlagen ſind. Außerdem empfing die Schaͤferei uͤber Winter ſehr reichlich Weitzen⸗ und Gerſtenſtroh, und Erbsſtroh von 39 Morgen oder 235 Schfl. Erdruſch, wohl an 450 Ctr.


