Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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ſchen, welchen aͤußere Umſtaͤnde auf die Qualitaͤten der Wolle haben, ſo wie die verſchiedenen Behandlungen, welche man mit ihr vornehmen kann, um aus dieſen Forſchungen Folgerungen zu ziehen, welche die Induſtrie bei der Aus⸗ wahl des beſten Verfahrens, bei der Anzucht ſowohl wie bei der Waͤſche und Fabrikation, leiten koͤnnen.

Bis wir beſtimmtere Kenntniſſe uͤber alle dieſe Punkte und beſonders uͤber die Subſtanz, die Bildung und die Entwickelung des Wollhaares, welche den Gegenſtand die⸗ ſes erſten Abſchnittes ausmachen, erlangt haben, glauben wir, daß es von Nutzen ſeyn koͤnne, das Reſultat unſerer eigenen Betrachtungen daruͤber mitzutheilen, ſo unvoll⸗

kommen es auch noch ſcheinen moͤgte.

Ueber das Wollhaar und ſeine Natur.

Das Wollhaar iſt ein Faden von ſolider Subſtanz, eine erhaͤrtere gelatinoͤſe Materie, welcher ſich eine oͤhligte und ſeifenartige beimiſcht.

Der feſte Theil iſt weder in kaltem noch in warmem Waſſer aufloͤslich, und in keinem Grade der Hitze; aber durch corroſiviſche Einweichungen kann ſeine Aufloͤſung bewirkt werden. Die oͤhligte Materie hat ihren Sitz im Innern und am Aeußern des Wollhaares. Im Innern bildet ſie das Mark oder, wenn man will, den Saft, am Aeußern macht ſie das aus, was man den Schweiß und das Fett der Wolle nennt(suint et surge).

Der Schweiß(suint) loͤßt ſich in kaltem Waſſer auf.

Das Fett(surge) wird nur durch warmes Waſſer aufgeloͤſt, und dies erfordert noch die Zumiſchung anderer Subſtanzen, oder des Schweißes(suint) ſelbſt.