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alſo jetzt 12 Pfb. weniger als im vorigen Jahre, und doch war die gereichte Winterfuͤtterung ziemlich dieſelbe, und zwar bei der 1ſten Partie noch etwas ſtaͤrker, bei der folgenden 2ten Partie gleich, bei der 4ten auch ziemlich gleich und nur bei der Zten Partie ein wenig gerin⸗
ger.— Die Urſache des wenigern Wollertrages ſuche ich nun allein in der Witterungs⸗Be⸗
ſchaffenheit waͤhrend der diesjaͤhrigen Winterfuͤtterung, denn die Qualitaͤt der gereichten Nah⸗
rungsmittel war ſicher ſo gut, und vielleicht beſſer, als fruͤher, und rauhe, austrocknende Winde,
die waͤhrend der Fruͤhlings⸗Weidezeit haͤufig weheten, aͤußern eine ſo gewaltige Wirkung auf das Gewicht der Wolle doch nicht.— Der Winter dagegen war allzu gelinde und ſcheint in
ſolcher Art den Wollwuchs nicht zu befoͤrdern. Man will ſchon bei andern pelztragenden Thie⸗
ren wahrgenommen haben, daß die Pelze um ſo dichter und beſſer werden, je ſtrenger der Win⸗
ter iſt, weil die Thiere allerdings in kalten Wintern einer waͤrmeren, ſchuͤtzendern Decke mehr
beduͤrfen, als bei gelinderer Witterung. Dieſe Wahrnehmung ſcheint auch bei dem Schaafvieh
zuzutreffen, und finde ich ſie ſehr natuͤrlich. Man hoͤrt in dieſem Jahre von allen Seiten, daß
die Wolle wenig gewogen, daß ſchlecht abgeſchnitten, dagegen war man im vorigen Jahre uͤberall
mit dem Wollertrage ſehr zufrieden. Der ſehr ſtrenge Winter hatte wahrſcheinlich den Thieren
die ſtaͤrkſte Deckung gegeben.— Die Schur von 1822 fiel wenig beſſer aus als die jetzige von
1824, vermuthlich weil der Winter von 1822 eben ſo milde war als der letzte. Ein Beweis oder eine Beſtaͤtigung obiger Wahrnehmung.— Der Winter von 1822 war eigentlich noch ge⸗
linder als der letztverfloſſene, und wirklich war die Wolle auf meinen verſuchsweiſe genaͤhrten
Thieren noch etwas leichter als in dieſem Jahre, denn wenn auch 20 Stuͤck damals 42 ½ Pfd.
Wolle, und jetzt nur 40 Pfd. gaben, ſo waren ſie auch damals um vieles kraͤftiger genaͤhrt
worden, als im letzten Winter.
Wenn ich das gereichte Heu und die gegebnen Koͤrner auf Heu ſummariſch rebucire, Stroh aber nicht berechne, weil es bei jedem Fuͤtterungs⸗Verſuche ziemlich in derſelben Quantitaͤt ge⸗ geben wurde, ſo finden wir bei den angeſtellten 3 Fuͤtterungs⸗Verſuchen zwiſchen Nahrung und Wollproduction folgendes Verhaͤltniß; in folgenden Vieh⸗Schurzen emfingen 20 Stuͤck der
iſten Partie, 2ten P., Zten P., 4ten P., 5ten P., 6ten P. äslic Heu pf. Pf. Ti. Pfp.. Pf. fr
Anno 1822 40 30 20 20 20
4 1823 50 20 20 20 20—
. 1824 34 24 14— 15 ½ 14— 15 3 24—
Die Wolle
wuchs aber lieferten Tage: Wolle
349 Anno 1822 46 43 ,5 40 16% 43 35 415 40
392 1823 54885 53 50 5 51 5214—
359 ⸗ 1824 42 125 42 ,08 36 38 8 36—
Summa taͤglich Heu 114 84 65 55,1 64—
Wolle.. 143 5 139 15 127, 1 133 5 1315——


