Teil eines Werkes 
2. Bandes, 2. Abtheilung (1834) Die landwirthschaftliche Betriebslehre
Entstehung
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§. 498. Ein verſtaͤndiger und intelligenter Wirth⸗ ſchafter wird nach dem Abſchluſſe ſodann noch die einzel⸗ nen Conto einer beſonderen gruͤndlichen Beleuchtung und Critik unterwerfen, die wichtigſten Reſultate und Notizen, welche ſich dabei ergeben, dem Conto als Bemerkung anfuͤgen, und fuͤr die Folge ſeine weiteren Maasregeln darnach nehmen.

Größere Vereinfachung des Hauptbuches.

§. 499. Mangel an Uebung, Unbekanntſchaft mit der Methode, Widerwille, dem Schreibtiſche taͤglich eine Stunde zu widmen, Vorurtheil und dergleichen mehr, zuweilen aber auch wirklicher Mangel an Zeit, wenn nicht andere Geſchaͤfte vernachlaͤſſigt werden ſollen, ſind die Urſache, daß ſich viele ſonſt intelligente Landwirthe ſo ſchwer zu einer zweckentſprechenden Buchfuͤhrung ent⸗ ſchließen. Die Darſtellung, wie man das Hauptbuch noch mehr abkuͤrzen und vereinfachen, und dadurch einen gro⸗ ßen Theil der Arbeit beſeitigen, dennoch aber in den Reſultaten noch Vieles von dem, was am wichtigſten iſt, erreichen koͤnne, duͤrfte deßhalb dazu beitragen, daß ſich mancher noch dazu entſchließt, dieſe Rechnungsform zu erwaͤhlen, der es ſonſt nicht thun wuͤrde.

§. 500. Das erſte, was man wegen der Schwierig⸗ keit der Berechnung unterlaſſen kann, waͤre die Anle⸗ gung eines Miſt⸗Conto's. Man nimmt zu dem Ende an, daß das Feld das Material zu ſeinem Duͤnger lie⸗ fern muͤſſe; die Viehhaltung bezahlt alſo das Futter bloß zu dem Nutzpreiſe und der Duͤnger vom Vieh wird nebſt dem Streuſtroh außer Berechnung gelaſſen. Dagegen muß das Feld den Wieſen oder Weiden, wenn es aus deren Erzeugniß den Duͤnger erhaͤlt, dieſen nach einem Anſchlage verguͤten.