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Zahl unſerer Hausthiere zu gar keiner Race gehoͤrt, ſon⸗ dern daß ſehr viele Individuen blos Baſtarde(Meſtizen) und Blendlinge ſind, deren Urſprung ſich haͤufig gar nicht nachweiſen laͤßt.
§. 34. Eben ſo wohl leuchtet ein, daß es Racen oder auch einzelne Staͤmme von Racen(ſ.§. 27.) gibt, welche ihren Charakter feſter bei der Vererbung auf die Nachkom⸗ men erhalten, als andere; jene bezeichnen wir vorzugsweiſe als„conſtant.“ Beſitzt aber in einer Gegend eine grö⸗ ßere Zahl der daſelbſt einheimiſchen Individuen einer Haus⸗ thierart einen in manchen Stuͤcken eigenthümlichen Charakter, ohne daß ſich jedoch derſelbe bei der Vergleichung der Thiere und ihrer Nachzucht mit einander ſo conſtant erweiſet, daß man ſie als eine beſondere Race anſehen dürfte, ſo bezeich⸗ nen wir ſolche lieber mit dem Ausdrucke„Schlag.“
Wir ſagen z. B. der Pferdeſchlag auf der ſchwäbiſchen Alb, im Schwalmgrund in Heſſen u. ſ. w.
§. 35. Edel nennt man eine Race, welche die bei der betreffenden Thierart überhaupt und der Race insbeſon⸗ dere als zweckentſprechend und ſchön geltenden Formen und Eigenſchaften in hoher Vollkommenheit beſitzt und ſehr con⸗ ſtant vererht. Ein einzelnes Thier nennt man edel, oder ein edles Racethier(auch wohl kurzweg Ragethier), wenn daſſelbe die Zeichen der Abkunft von einer edlen Race unzweideutig an ſich trägt, oder dieſe Abkunft zuverlaͤſſig nachgewieſen iſt. Gemein nennt man im Gegenſatz Racen oder Individuen, welche wenig oder nichts von den Vorzuͤ⸗ gen und Vollkommenheiten edler Racen beſitzen. Land⸗ racen heißen die in einer Gegend von lange her einheimi⸗ ſchen Racen. Weil unſere Landracen hänfig von ſchlechter Beſchaffenheit ſind,
ſo wird Landrace und gemeine Race gewöhnlich als gleichbedeutend genommen.


