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Rinde handelt es ſich um die Miltchergiebigkeit, Fahigkeit ſchnell fett zu werden, Branchbarkeit zum Zug u. ſ. w.
§. 22. Die Racen ſind entſtanden und entſtehen unter Umſtänden noch theils durch natuͤrliche, theils durch kuͤnſt⸗ liche Einfluͤſſe.
§. 23. Als natürliche Einflüſſe, welche auf die eigen⸗ thümliche Geſtaltung der Koͤrperform und mancher hiervon wieder abhängigen Eigenſchaften, und ſomit auch auf die Bildung der Racen allmählich eingewirkt haben, betrachten wir den Aufenthaltsort hinſichtlich des Klimas, der Lage, der von den oͤrtlichen Verhaͤltniſſen bedingten Nahrung ꝛc.
Wenn es ſich auch nicht nachweiſen, alſo auch nicht beſtimmt
behaupten läßt, daß die Natur zuerſt nur Urarten unſerer jetzigen
Hausthiere geſchaffen hat, welche da ihre Heimath hatten, wo die örtlichen Verhältniſſe der Natur der Thierart vollkommen entſprechend waren; ſo iſt doch ſo viel als gewiß anzunehmen, daß es urſprüng⸗
lich nur ſehr wenige Abarten unſerer Hausthiere gab, und die mei⸗
ſten erſt durch die Verſetzung in ſehr verſchiedenartige Localitäten und das Forterhalten in denſelben entſtanden ſind. Sey es, daß das Urpferd ſeine Heimath in Arabien und den angrenzenden Län⸗ dern gehabt hat oder nicht, ſo iſt es doch gewiß, daß die eigenthüm⸗ lichen Formen des arabiſchen Pferdes in vieler Hinſicht von ſeinem Aufenthaltsorte und der ihm daſelbſt zu Theil werdenden Ernährung und Behandlung bedingt ſind, ſo wie dieß bei dem Pferde in den Niederungen Hollands eben ſo wenig in Abrede zu ſtellen iſt. Von dem Schafe der lüneburger Haide und dem in den fetten Niederun⸗ gen Norddeutſchlands läßt ſich daſſelbe behaupten(Siehe auch§. 25). §. 24. Künſtlich iſt auf die Bildung der Racen einge⸗ wirkt worden und kann noch darauf eingewirkt werden: durch die Auswahl der Zuchtthiere und durch die lange Zeit hier⸗ durch fortgeſetzte eigenthümliche Benutzungsweiſe. Sämmtliche ein und derſelben Race angehörige Individuen ſind ſich niemals in allen Stücken ſo gleich, daß gar kein Unterſchied zu bemerken wäre; es kann deßhalb durch die Wahl der zu paaren⸗ den Zuchtthiere von ein und derſelben Race ſchon eine Einwirkung auf die Geſtaltung der Nachzucht ſtattfinden; auffallender aber wird der Unterſchied, wenn man Thiere von andern Racen bei der Paa⸗


