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Nachtrag zu Seite 291 bis 296.
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Die in§§, 351 bis 359 vorgetragenen Prinzipien uͤber geſetzliche
Brennzeit, verlaͤngerte oder unbeſchraͤnkte Betriebsfriſt und Geſtattung
beſonderer Weintage in den Maiſchbrennereien, ſind durch nachſtehende,
ſo eben erſcheinende Bekanntmachung des Herrn Finanz⸗Miniſters Excel⸗
lenz*) als allgemeine Regel fuͤr den Umfang der ganzen Monarchie anwendbar erklaͤrt worden.
Um das Brennereigewerbe von laͤſtigen Beſchraͤnkungen, ſo weit ſie nicht zur Sicherſtellung der Branntweinſteuer unumgänglich noͤthig ſind, auch in Hinſicht auf die Brennzeit zu befreien, wird, mit Aufhebung ent⸗ gegenſtehender Beſtimmungen, Folgendes daruͤber feſtgeſetzt und bekannt gemacht:
§. 1. Es bleibt bei der geſetzlichen Regel, daß die an einem Tage deklarirte Maiſche entweder an dem dritten oder am vierten Tage nach der Einmaiſchung(den Tag derſelben mit eingerechnet) in der Zeit von 5 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends uͤber die Blaſe getrieben und abge⸗ luttert, und darnach die Betriebs⸗Nachweiſungen eingerichtet werden muͤſſen. Eine Verlaͤngerung dieſer Friſt muß bei dem Hauptamte des Diſtrikts beſonders nachgeſucht, und darf nur dann hoͤchſtens bis neun Uhr Abends zugeſtanden werden, wenn nachgewieſen wird, daß das Brenn⸗ geraͤth von einer Beſchaffenheit und Konſtruktion iſt, welche die Ablut⸗ terung der Maiſche aus den fuͤr den Maiſchtag angemeldeten Bottichen in 14 Stunden nicht zulaͤßt. Wer auch mit der bis 9 Uhr Abends ver⸗ laͤngerten Brennfriſt, zum bloßen Abluttern, nicht fertig werden zu koͤn⸗ nen behauptet, dem bleibt uͤberlaſſen, ſeine Einmaiſchungen ſo weit noͤ⸗ thig, doch nicht unter dem Minimum von 600 Quart Maiſchraum fuͤr
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„ Bekanntmachung wegen der Brennzeit in den Maiſchbrennereien vom 29. Oktober 1829.„


