Biertes Kapike l.
Von der Zucht, Wartung und Behandlung der Schaafe.
Odb die Schaafe dem Landmanne gleich nicht in ſo vielerlei Hinſicht wie die Rinder nuͤtzen, ſo koͤnnen ſie ihm doch unter manchen Umſtaͤnden ſehr eintraͤgliche Thiere werden. Ihre Zucht gehoͤrt vorzuͤglich in alle die Gegenden hin, wo das Land ſandig und ſchlecht iſt, wo man alſo nur wenig Futter⸗ gewaͤchſe fuͤr das Rindvieh erbauen kann.
Sandiges Land iſt locker genug; ja es kann durch zu viele Bearbeitung zu locker werden. Das Beweiden deſſelben, wodurch es dicht getreten wird, iſt ihm daher ſehr erſprießlich. Da aber dieſes loſe Land nur kleine magere Kraͤuter und Graͤſer hervorbringt, die ein Rind kaum anfaſſen kann, ſo ſchickt es ſich beſſer zur Schaaf-, wie zur Rindviehweide. Ja es iſt vortheilhaft, bei vielem ſolchen Lande nur das allernoth⸗ wendigſte Rindvieh zu halten, dagegen aber ſo viel Schaafe, als ſich auf der Weide gut ernaͤhren koͤnnen.
Gerade dieſe knappen, aber ſuͤßen und kraͤftigen Weiden auf Sandland, ſind das Element der Schaafe. Sie koͤnnen mit ihren ſpitzen Maͤulern auch die kleinſten Grasſpitzen ab⸗ beißen. Sie freſſen den ganzen Tag und erhalten denn doch ſo viel, daß ſie davon gut leben koͤnnen. Genug, ſie befinden ſich wohl auf Sandboden, und dieſer gewinnt ſeinerſeits auch mehr durch die Schaafhuͤtung und giebt als Schaafweide eine hohe Benutzung, weil bekannt iſt, daß die Schaafe auch die kleinſten Grasſpitzen abbeißen und dadurch verhindern, daß die Weidegraͤſer nicht hart und alt werden, in welchem Zu— ſtande kein Thier ſie mag. Durch das ſtete knappe Abbeißen der Weidegraͤſer durch die Schaafe, behalten ſie ihre Trieb⸗ kraft den ganzen Sommer durch und gruͤnen bei fruchtbarer Witterung, ſtatt daß die einmal erwachſenen und trocken ge⸗
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