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Auch das Aufnehmen wird bei weitem am haͤufigſten mit dem Spaten verrichtet. Es wird Stich bei Stich das Land umgegraben und dabei die Krappwurzeln ſorgfaͤltig geſammelt. Man ſchuͤttelt ſie von der meiſten Erde und ſetzt ſie auf dem Lande in Haufen, wo ſie die Luft durchziehen und abtrocknen kann, damit man ſie ferner von der ihnen anklebenden Erde befreien koͤnne.
Fuͤr diejenigen, die den Krappbau aus eigener Anſicht nicht kennen, bemerke ich, daß die gewonnenen Wurzeln nur dann von vorzuͤglicher Gute ſind, wenn ſie einige Staͤrke er— langt haben. Schlecht ſind ſie, wenn die ſtaͤrkſten Wurzeln nicht dicker als ein Gaͤnſekiel ſind. Je dicker die Wurzeln ſind, deſto mehr Krappmehl enthalten ſie, dagegen die ſchwachen Wur⸗ zeln nur ein faſeriges Gewebe geben, welches wenig vom vorzuͤg⸗ lichſten Krappmehl bei der Bearbeitung liefert. Die Wurzeln alſo ſo ſtark zu erhalten, als moͤglich, muß ſich der Krappbauer angelegen ſeyn laſſen.
Die Staͤrke der Wurzeln gewinnt zwar, wenn man ſie ein Jahr laͤnger ſtehen laͤßt, alſo erſt im dritten Herbſte aus— nimmt. Dies iſt aber deshalb nicht rathſam, weil man Bei— ſpiele hat, daß der Krapp durch den Winter zerſtoͤrt werden kann und weil es auf dieſe Weiſe noch laͤnger dauert, ehe man Bezahlung fuͤr aufgewendete Arbeit, Duͤngung und Be⸗ nutzung des Landes erhaͤlt.
So kann man auch den Krapp im erſten Jahre ausneh⸗ men, wenn man mit ſchlechter Waare zufrieden ſeyn will. Da aber die Arbeit des Aufnehmens, als die koſtbarſte und langwierigſte von allen ganz dieſelbe iſt, der Krapp habe einen oder zwei Sommer im Lande geſtanden, ſo iſt gerathen, ſich auf zweijaͤhrigen Krapp einzurichten.
Sind die Krappwurzeln in den vorhin erwaͤhnten Haufen auf dem Felde von der Luft durchzogen, ſo daß ſie beim Um— ſchuͤtteln alle Erde fahren laſſen, ſo faͤhrt man ſie nach Hauſe und trocknet ſie unter Dach an einem luftigen Orte. Am be⸗ ſten auf einem Geſtell von Latten angefertigt, unter welchen die Luft freien Durchzug hat. Hier werden ſie oft umgewen⸗


