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nöthig. Die Wieſen werden, obwohl 1630 Fuß über der Meeresfläche, ſechs Male im Jahre geſchnitten. Das Waſſer habe eine warme Temperatur, und unter der Oberfläche des Bodens ſeyen viele heiße Quellen verborgen, die zu Schinznach und ſelbſt bey Langenthal ſich Luft machen. S. Urban iſt 1193 geſtiftet worden. Allein auch in der Gegend von Baden, bey der Abtey deſſelben Ordens zu Wettingen, geſtiftet 1227, zeigen ſich gute Bewäſſerungsanſtalten.«
Da zu Freyburg, wie die Urkunden lehren, gewiß ſchon vor Anſiedlung dieſes Ordens bewäſſert wurde, ſcheint es ge⸗ wagt, demſelben, wo es nun ſeyn möge, die erſte Einführung dieſes Kunſtvortheils, ohne ſpeciellere Beweiſe, beyzumeſſen. Allein die feinſte Kenntniß ſeiner allgemeinen Bedingungen und die beſte Art ſeiner Anwendung nach den beſonderen Umſtän⸗— den, werden wir ihm nicht wohl abſprechen können. Auch zu Freyburg, wie dort bey Mayland, haben die Ciſtercienſer ſich bemüht, eben denjenigen Waſſerarm zu erwerben, welcher die Stadt durchfließt und deren Unreinigkeiten aufnimmt. An einer anderen Stelle, bey Langenthal, haben ſie gezeigt, daß auch der Einfluß einer wärmeren Temperatur des Waſſers auf die Wieſenflächen, welche davon berieſelt werden, ihnen frühzeitig bekannt waren. Demnach wird es außer Zweifel ſtehn, daß, wenn auch nicht um die Erfindung, immer doch um die Ver— feinerung der Kunſt ſie ſich höchlich verdient gemacht haben.
In dem weitläuftigen vorſtädtiſchen Bezirke, welcher an den ſogenannten Tennenbacher Hof anſtößt, der alten Nieder— laſſung jenes Ordens, fand ich das nun bald zum dritten Male zum Schnitte gereifte Gras wohl ſo hoch und dicht, als jenes auf dem Landgute des Vittadini bey Mayland. Man ſagte mir, daß von dieſen Wieſen drey Heuerndten gemacht werden, und zwey Male, im Märzen, oder April, dann wiedernm im November, auch Gras gemäht werde, zu grüner
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