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nicht die Kräfte der Einzelnen. Allein man geht auch damit um, vom Rheine jenſeit Baſel einen Canal abzuleiten, welcher einen großen Theil der elſaſſiſchen Ebene mit Bewäſſerungs— mitteln verſehen ſoll. Dem gegenüberliegenden badiſchen Lande möchte eine Veranſtaltung dieſer Art noch größeren Vortheil verſprechen, weil es im ganzen minder fruchtbar iſt, als das Elſaß.
Baſel iſt gegenwärtig, als Stadt, Gemeinweſen, auch als ein unabhängiger Staat angeſehn, ein äußerſt intereſſanter, belehrender Punct unſeres Welttheiles. Nichts dürfte in unſeren Tagen die Macht der Städte im ſpäteren Mittelalter dem Hiſtoriker beſſer und deutlicher zur Anſchauung bringen können. Durch eine faſt muthwillige Revolution ihres anſehnlichen Land— gebietes beraubt, ſogar ihrer reichen Kirchenſchätze, die gegen— wärtig in Berlin, Frankfurt am Mayn, in Baſel ſelbſt, ver— trödelt werden, oder in Sammlungen von Seltenheiten ſchon ihre Stelle gefunden haben, iſt dieſe Stadt gegenwärtig mäch— tiger und einflußreicher, als je zuvor; durch ihr Capital, ihre Handelsverbindungen, durch ſehr tiefe Gewerbseinſichten. Das Bewußtſeyn, zu haben und zu können, gibt, ſo weit meine Er— fahrung reicht, den Bewohnern dieſer Stadt eine höchſt er— freuliche Feſtigkeit, eine Zuverſicht, die nicht abweiſend, ſon— dern verbindlich und anziehend iſt. Wer den Reichthum be— herrſcht, bewegt, als Mittel einer großartigen Thätigkeit mit ſtarker Hand und kühnem Sinne ihn hin und herwirft, der wird ſelten jene ablehnenden Manieren derer annehmen, die ehen nur, dem zitternden Flämmchen über den vergrabenen Schätzen vergleichbar, die ihrigen mit zaghafter Sorglichkeit behüten. Uebrigens befinden ſich Leute, die wohl daran ſind und etwas zu verlieren haben, nothwendig in einer ſtillen Op— poſition gegen jene Richtung, welche den Lauf der Dinge ganz von neuem anzuheben trachtet, die Vergangenheit, ohn' umzu⸗ blicken, hinter ſich wirft.


