216
zig bis dreißlg Schaafe beſprungen werden. Iſt er alſo von ſchlechter Art, ſo erhaͤlt man viele ſchlechte Nach⸗ koͤmmlinge von ihm, ſo wie man aber auch von einem Bock guter Art, ſich recht bald alle ſeine Schaafe von dieſer Art ſchaffen kann.
Es iſt nicht meine Abſicht, Euch, lieben Landleute, anzurathen, daß Ihr, ſo wie große Schaͤfereybeſitzer, ſpa⸗ niſche Boͤcke anſchaffen ſollt. Dieſe Schaafart wäͤre fuͤr Euch nicht vortheilhaft. Wohl ſeht Euch aber nach Boͤk— ken von guten Landſchaafen um, die recht wollreich ſind und deren Wolle auch nicht ſehr grobhaarig iſt. Fangt nur an mehr darauf zu achten, als bisher, ſo werdet Ihr bald den großen Unterſchted gewahr werden, der ſelbſt zwiſchen vierzig bis funfzig Stuͤck Eurer eigenen Schaafe iſt. Macht es hier eben ſo, wie ich beim Rindvieh an— gegeben habe. Laßt nur von recht wollreichen Schaafen Boͤcke gehen, oder kauft auch ſolche, die bei andern da⸗ fuͤr beruͤhmt ſind. Haltet dann ja darauf, daß Ihr eine gute Art fortpflanzt, wenn Ihr einmal einen guten Bock erhalten habt.
Dte Boͤcke muͤſſen ebenfalls ſehr gut von Jugend auf gepflegt, und im Ganzen eben ſo wie Bullen behandelt werden. Verbuttete Thiere koͤnnen keine ſtarke Jungen zeugen. Man laſſe alſo auch einen Stoͤr das gehoͤrige Alter erreichen, ehe man ihn zum Springen braucht. Am beſten waͤre wohl, wenn man ſie zwei und ein halb Jahr alt werden ließe. Mit ein und einem halben Jahre ſind ſie ſelten ausgewachſen.
— ——


