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Der Kunstwiesenbau : praktisch dargestellt auf der hochgräflich von Nimptsch'schen Herrschaft Geiersberg, Königgrätzer Kreises in Böhmen / von Stephan Weinar
Entstehung
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graben Nro. 4 aufgefangene Waſſer zur Bewäſſerung nicht nöthig, ſo wird nur die Schleuſe bei Nro. 5 gehoben und das Waſſer in den Entwäſſerungsgraben Nro. 10 und aus demſelben in den Haupt abzugsgraben n eingelaſſen. Hier zeigt es ſich abermals, daß ein Entwäſſerungsgraben(Nro. 4) zugleich auch Bewäſſerungsgraben ſeyn muß.

Nach dem beiliegenden Plane, wenn man mit Aufmerkſamkeit den ganzen Zuſammenhang der Grippen ſtudirt, wird man auch finden, daß das Waſſer ſchnell ſeine Beſtimmung wechſelt und vom Entwäſſerungswaſſer bald wieder Bewäſſerungswaſſer wird, was häufig mit großem Vortheil bei dem Bewäſſerungsgeſchäfte an wendbar iſt. Die blos mit einer Raſenſtärke beuferten oder er höhten Zuleitungsgrippen bei Nro. 11, 12, 13 und 14 wurden bloß aus dem Grunde geſchaffen, um durch dieſelben eine größere Waſ ſermaſſe zu erhalten und den einfachen Zuleitungsgrippen mitthei len zu können, weil ſonſt, bei dem höchſt variablen Gefälle, nicht ſo viel Waſſer denſelben verſchafft werden konnte, als unmittelbar zur allgemeinen Ueberrieſelung nothwendig vorhanden ſeyn muß. Durch dieſe kleine Aufbauung welche man am beſten durch Auf⸗ hebung des Raſens an den Seiten der Grippen und durch Unter legen eines ſchräg zugeſchnittenen Raſens bewerkſtelligen kann habe ich einen Mehrzufluß von Waſſer erhalten, ſo daß es mir nun ſehr leicht wurde, in dem kürzeſten Zeitraume die ganze Wieſe rein unter Waſſer zu ſetzen.

Die Anlage des Entwäſſerungsgrabens unter Nro. 15 und die in demſelben bei 16 bis 20 im Graben hergeſtellten Schleu ſen hatten da das Terrain beim Graben ſelbſt um 2 tiefer als die Grippen 21 bis 25 gelegen war hauptſächlich zum Zweck, das Entwäſſerungswaſſer im Falle des Gebrauchs aufzufangen und mittelſt der beuferten Zuleitungsgrippen 26 bis 30 den Grippen 21 bis 25 zuzuführen. Ohne dieſe Stauung und Aufbauung der bezeichneten Grippen wäre man nie im Stande geweſen, Waſſer in die am Ufer des Abzugsgrabens gezogenen Grippen zu bringen, da die Ueberrieſelung dieſes Theiles höchſt ſparſam nur aus der beuferten Grippe von o zu bewerkſtelligen geweſen wäre.

Adb) Die Anlage der Hauptentwäſſerungsgräben wurde durch die, auf den Wieſen ſelbſt vorkommenden, tiefer liegenden Stellen beſtimmt. Bei ihrer Anlage und Anfertigung darf man jedoch nicht glauben, daß es mit ihrer Aushebung ſchon abgethan