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die Sache noch beſſer verſinnlichen können. Auf einer ſo eingerich— teten Wieſe nimmt eine ſolche horizontale Grippe theils das von der obern über die Wieſe rieſelnde Waſſer wieder auf, theils erhält dieſe aber auch durch die Zuleitungsgrippe friſches Bewäſſerungswaſ⸗ ſer, da, bei nur etwas ſtarkem Zufluß, dasſelbe zugleich über oder neben dem Staue vorbeigeht, aber dennoch den horizontalen Grippen hinreichende Bewäſſerung zukommen läßt. Drängt ſich viel— leicht nach einer Senkung der Wieſe mehr Waſſer, als wünſchens— werth iſt, ſo fließt es einer nebenliegenden andern Zuleitungsgrip— pe wieder zu und dieſe breitet durch ihre horizontalen Grippchen es wieder aus.
Von dem Augenblicke aber, wo man die Staue in Tafel III Fig. 2 unter b, h, i, k wegnimmt, muß die Wieſe in kurzer Zeit wieder ſo trocken werden, wie ſie es früher war. War bis jetzt die Grippe, in welcher die Stauſteine ſtanden, als ein Waſſerzubringer, und die horizontalen Grippen als die Waſſerausbreiter anzuſehen, ſo gelten ſie nun beide auch für Entwäſſerungsgrippen und das Be— wäſſern der Wieſe geſchieht dann nur theilweiſe auf der Länge der vertikalen Zuleitungsgrippen. So wechſeln dieſe oftmals ihren Zweck; denn bald ſind ſie Zuleitungs- bald Entwäſſerungsgrippen. Soll nur der untere Theil einer Wieſe bewäſſert werden, ſo können ſie ſogar zugleich für den obern Theil Entwäſſerungsgrippen und für den untern Theil Zuleitungsgrippen abgeben, was vielleicht manchem der geneigten Herren Leſer als Widerſpruch erſcheinen wird, es aber bei näherer Ueberzeugung und genauerem Ueberblick des Planes Ta⸗ fel IV nicht bleibt. Sämmtliches Waſſer aus den Ent- und Bewäſ— ſerungsgrippen ſammelt ſich zuletzt im Hauptentwäſſerungs- oder Ableitungsgraben, in den ſich alle jene Grippen münden, wel— che nicht bereits unterwegs in andere getreten ſind: Dieſer Haupt— entwäſſerungsgraben wird, wie es ſich von ſelbſt verſteht, immer im tiefſten Theile der Wieſe hergezogen, der indeſſen doch nicht immer das unterſte Ende derſelben iſt.
Wenn übrigens nicht beſondere Lokalverhältniſſe es nothwen— dig machen, außer dem Hauptentwäſſerungsgraben noch ſeparate Entwäſſerungsgräben auf einer Wieſe anzubringen, ſo kann man ſie füglich weglaſſen, was kein geringer Vortheil iſt, weil
1. viel weniger Oberfläche verloren geht und Koſten geſpart werden, und
2. weil beſonders, ſo zu ſagen, kein Tropſen Waſſers eher ver— loren geht, bis er nicht über die ganze Wieſe gefloſſen iſt.


