12 ſowie den Boden oder Letten zum Verſchütten und Verſchlagen als Mörtel anzuſehen. Hauptſächlich muß darauf Rückſicht genommen werden, daß hinter einem jeden Raſenſetzer ſogleich ein Arbeiter mit dem Erdſtampfer nachfolgt, um das durch einen zweiten Hand— langer hinter dem Raſen aufgeworfene Erdreich ſogleich feſtzu— ſtampfen. Aufmerkſam mache ich noch darauf, daß es von großem Vortheile iſt, hinter den aufgelegten Raſenbau wenigſtens einen halben Schuh Lettenſchlag zu geben, weil alsdann dieſe Art von Gräben ſogleich gebraucht werden kann, während bei einem blo— ßen Erdverſchlage dieſelben durch einen ganzen Sommer, bis der Raſen erſt zu einem ordentlichen Ganzen verwachſen iſt, unbenützt bleiben müſſen. Auch iſt bei dieſer Arbeit der Maurer rein nachzu— ahmen und der Arbeiter anzuweiſen, daß die ohnedieß ganz gleich— geſchnittenen Raſenſtücke ſich auf das Vollkommenſte binden. Auf dieſe Art wird nun eine Schichte nach der andern aufgeſetzt und hinter derſelben auch zugleich der Erdverſchlag aufgeführt; wird dieß verſäumt, ſo hat man den Nachtheil, daß ſich die Böſchung ort— weiſe ſetzt und nie als waſſerdicht betrachtet werden kann. Am untern Ende, wo man die Raſenwand weiter führt, müſſen wie bei einer Mauer Schmatzen im Raſen gelaſſen werden, damit man im Verlauf der Arbeit in dieſelben wieder einbauen kann. Beſonders aber hat man darauf zu ſehen, daß der aufgelegte Raſen immer eine horizontale Lage, beſonders auf der Sohle der Grabenleitung habe; denn ein Fehler hierbei bringt die Raſenwand über kurz oder lang zum Ueberbiegen, und wenn auch der aufgeſchüttete Boden das Losweichen nach Außen anfänglich verhindert, ſo iſt das Ueber— neigen doch nicht ganz zu vermeiden. Wenn man das Waſſer in die Leitung läßt, werden dieſe Fehler gewöhnlich ſchnell ſichtbar und fordern dann eine baldige Reparatur, welche durch forgfältigern Bau wohl hätte vermieden werden können. Den Raſen ſelbſt kehrt man bei dem Bauen mit ſeiner obern Seite nach unten, da die Arbeit auf dieſe Art leichter geht, als wenn man die Raſenſeite nach oben kehrt. Beſonders wird dadurch das vorerwähnte Ausgleichen einer jeden Raſenſchichte, vermittelſt des Abſtechens der darin befindlichen Erhöhungen, erleichtert. Nur bei der oberſten Schichte wird die Grasſeite aufwärts genommen, theils um dadurch der ganzen Ra— ſenwand eine Art Bedachung zu geben, theils aber auch, damit die oberſte Raſenſchichte ſich mit der vorletzten vollkommen verwachſe.
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