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es wohl auch ein Hauptgegenſtand ſeyn, um durch eine erhöhte Futtererzeugung nicht nur mehr Vieh einzuſtallen, ſondern auch einen höhern Körnerertrag zu erreichen.
Die Aeußerung meines Herrn Grafen:„habe ich viel und gutes Futter, ſo kann ich den jetzt beſtehenden Viehſtand kräftiger ernähren, und iſt dieß der Fall, auf eine größere Dungerzeugung und durch dieſe auch auf einen blühendern Stand meiner Oekonomie mit vollem Rechte An— ſpruch machen“, dürfte wohl allen Herren Oekonomen den Beweis verſchaffen, daß dieſe hohe Anſicht den gehegten Er— wartungen ſicherlich entſprechen und die Wünſche des ſo hochherzigen Unternehmers gewiß auf das Vollkommenſte realiſiren werde.
Allein nicht bloß der Wunſch, dem Wieſengrunde den größtmöglichen Ertrag abzugewinneén und die Oekonomie— rente zu erhöhen, beſtimmte meinen Herrn Grafen zu dem Unternehmen einer künſtlichen Wieſenbewäſſerung, ſon— dern auch das Ihm am Herzen liegende Unterthanenwohl und das allgemeine Beſte ſpornten ihn hierzu an; denn hierdurch wurde der verarmten Unterthansklaſſe ein neuer Erwerb eröffnet, ein reichlicher Verdienſt und die Gelegen— heit verſchafft, ſich in den mechaniſchen Arbeiten des Kunſt— wieſenbaues zu vervollkommnen und ſich geeignet zu machen, auch andern Unternehmern bei der künſtlichen Wieſenbewäſ— ſerung behilflich zu ſeyn, wie dieß bereits auf der benach— barten Herrſchaft Grulich geſchah.
Auch das allgemeine Beſte hatte meine hohe Obrig— keit vor Augen, da man zuverſichtlich hofft, daß bei den hier ſchon bewährten glänzenden Reſultaten die künſt— liche Wieſenbewäſſerung zahlreiche Nachahmer finden wird, und auch anderwärts die arbeitende Klaſſe Brot und die
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