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zwischen diesen beiden Erhitzungsprozessen macht aber, dass flache Blasen zur Dampf-Destillation gerade die zweck- widrigsten sind, Da dergleichen Blasen nämlich nur 10 bis 12 Zoll hoch angefüllt werden können: so bahnt sich der mit Heftigkeit in die Maische strömende Dampf theil- weise einen Weg durch dieselbe hindurch, ohne ihr seine Wärme mitzutheilen— vielleicht selbst ohne, die ganze Masse zum Kochen und zum Destilliren zu bringen, Der Zeit- und Brennmaterial- Aufwand, welchen dıe Erzeugung des unverdichtet durch die Maische gehenden Dampfes ge- kostet, sind also rein verloren. Ein anderer Nachtheil, eine Folge dieses ersten, besteht darin, dass der unverdichtet ge- bliebene Wasserdampf mit den Spiritusdämpfen in die Becken} gelangt, und, wenn auch ununterbrochen kaltes Wasser auf dieselben strömt, theilweise mit in die Kühl- schlange übergehen; weshalb denn mehrere derartige Dampf- Brennereien, selbst mit zwei 5 bis 6 Zentner wiegenden Becken, kaum 77r, zu ziehen im Stande sind; während, bei einer zweckmässigen Einrichtung, bei einem richtigen Ver- hältniss zwischen der Dampferzeugungs-Fähigkeit des Kes- sels und der Verdichtungs-Fähigkeit der zur Dephlegmirung und Rectification bestimmten Vorrichtungen, ein einziges Becken, von höchstens 150 Pfund, zur Gewinnung von 90- prozentigem Spiritus hinreicht.
Hr. Pistorius hat sehr richtig erkannt, dass ausser dem bekannten, bei der Destillation dicker Maischen schwer zu verhütenden, Anbrennen, ein gar nicht zu verhindern- des Anbraten der Maische bei der gewöhnlichen Destilla- tion auf offenem Feuer in kupfernen Gefässen statt findet, welches Anbraten dem Destillate ehenfalls einen empyreu- matischen Geruch und Geschmack mittheilt. Dieses Anbra- ien an den von Maische entblössten, sehr erhitzten kupfer- nen Wänden der Gefässe, wird aber auch bei der Dampf- Destillation nicht ganz verhindert. Um sich davon zu über- zeugen und also die Ursache des übeln Geruchs des Dampf- Spiritus aus Kupfergefässen zu erkennen, darf man nur auf den Hüt einer im Betrieb befindlichen Blase etwas Maische giessen;, sie wird bald eine schmierige, syrupartige Gonsi- stenz und Farbe annehmen, einen widrigen Geruch verbrei- ten und zuletzt fast ganz verkohlen, obgleich der Blasenhut


