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Der Gall'sche oder rheinländische Dampf-Brennapparat in seiner höchsten Vereinfachung : nebst gelegentl. Beleuchtungen einiger ander Dampf-Brennapparate / Ludwig Gall
Entstehung
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stern berechnet, und nur für die weinbauenden Regie- rungs-Bezirke der Monarchie wagte) ich, mir ein Patent darauf zu erbitten, Durch die Huld des hohen Ministeriı des Innern für Handel und Gewerbe, dessen weiser Umsicht und Fürsorge die vaterländische Industrie ihren hohen Auf- schwung verdankt, ward indessen das, mit allerhöchster Ge- nehmigung Sr. Maj. des Königs mir unterm 9. August 1829 verliehene Patent auf die ganze Monarchie ausgedehnt, In dieser unverhofften Gnade musste ich eine stillschweigende Anerkennung der Vervollkommnungsfähigkeit meines,

ursprünglich nur zur Trestern-Destillation bestimmten, Appa-

rats erkennen, so wie ich zugleich die ehrenvolle Auf- forderung darin finden musste, dahin zu streben, densel- ben auch für die ganze Monarchie, also auch zur Kar- toffeln- und Getraide-Brennerei, anwendbar zu machen. Von da an waren alle meine Bestrebungen dahin gerichtet, der Gnade des hohen Ministeriums mich würdig zu erweisen und dem vorausgesetzten ehrenvollen Vertrauen dieser hohen Behörde in meine geringen Kenntnisse, durch baldige Herstellung eines allgemein anwendbaren Dampf- Brenn-Apparats zu entsprechen, welcher möglichst vollstän- dig die Aufgabe löste, alle durch Verdichtung und Abküh- lung der bei der Destillation erzeugten Dämpfe frei wer- dende Wärme wieder zu benutzen. Diese Aufgabe, deren Lösungich mir zum Ziel setzte, war die Hauptidee, welche mich bei meinen Arbeiten leitete; denn die Wärme- menge, welche bei der Verdichtung und Abkühlung der Dämpfe frei wird, ist genau derjenigen gleich, welche ver- wendet werden muss, um allen Alcohol aus der Maische zu scheiden; so wie die bei der Destillation 33- bis höchstens Aprozentiger Maische*) frei werdende Wärme auch wie- derum derjenigen Wärmemenge gleich ist, welche erfordert wird, um die Maische zur. folgenden Blasenfüllung bis zur Siedhitze vorzuerwärmen. Es musste also möglich seyn, bei

der Destillation solcher Maischen welche man erhält, wenn man im Verhältniss von 1 Theil trockener Substanz auf 8 bis 9 Theile Wasser einmaischt alle frei werdende

Wärme durch die zur folgenden Blasenfüllung bestimmte

*) d.h. solche Maische, die ın 100 Quart 3% bis 4 Quart, odei 350 bis 400 Prozent nach Tr. Alcohol enthält.

Be,»