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Der Gall'sche oder rheinländische Dampf-Brennapparat in seiner höchsten Vereinfachung : nebst gelegentl. Beleuchtungen einiger ander Dampf-Brennapparate / Ludwig Gall
Entstehung
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zur Erindungs- und Verbollkomm- nungsgescehichte meines Dampf- Brenn- Apparats,

D. Branntwein-Brennerei wird, der eifrigen Bestrebun- gen der Mässigkeits- Vereine ungeachtet, welchen ich wahr- lich aus tiefster Seele den besten Erfolg wünsche*), noch lange eines der wichtigsten technischen Gewerbe bleiben, und die 20,000 Brennereien des Preussischen Siaats allein, werden, so lange sie mit ihren unvollkommenen nee then fortarbeiten, noch manches Jahr einige hunderttausend Klafter Holz unnützerweise in Rauch aufgehen lassen, wäh- rend Hunderttausende von Familien oft nicht haben, womit sie im harten Winter die erstarrten Glieder erwärmen, Die Brennerei war es daher schon werth, ihre Vervoll- kommnung zur Aufgabe der zweiten Hälfte eines Lebens zu machen, welches noch das Bewusstseyn nicht in genügendem Maasse gewährt hatte, nicht umsonst gelebt zu haben. Zunächst war es die Weintrestern- Brennerei, welche mich beschäftigte, weil sie, so wie sie meistens noch betrieben wird, über alle Vorstellung mühsam ist, und wenigstens sechsmal so viel Brennmaterial verschwendet, als nöthig wäre; weshalb denn auch, selbst in dem gewerbfleissigen Frankreich, immer noch kaum zehn Prozent aller Weintrestern auf Branntwein be- nutzt werden. Mein erster Dampf- Brenn- Apparat war daher auch nur auf eine zweckmässigere Destillation der Tre-

*) Und dass ich mich nicht auf fromme VVünsche beschränke, dürfte eın Aufsatz in den ersten ‚Blättern des seit Juli d. J.ın Bonn erscheinenden Niederrheinischen Archivs zur Beförderung der Cultur der Eifelgegenden beweisen, worin ıch dringend empfehle, das Futter zur Haltung eines grösseren Wiehslimdis richt durch Branntwein- Brinnerel beschaffen zu wollen.