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Bericht über die am 27sten Januar 1843 in der Aula der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin stattgefundene Versammlung von Landwirthen und Thierärzten : behufs Austausches der Erfahrungen und Ansichten über die Ansteckungsfähigkeit und Gelegenheits-Ursachen der Lungenseuche des Rindviehes
Entstehung
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befallenen Schafheerden, wo dieſe auf natürlichem Wege ent⸗ ſtehen, bleiben doch oft 5 6 der Thiere geſund, ja es giebt Beiſpiele, daß der Pockenſtoff oft gar nicht haftete. Aehnli⸗ ches gewahren wir an dem Menſchen bei dem Nervenſieber. Ich ſelbſt bin 8 Wochen hindurch zwiſchen Sterbenden im Hospitale geweſen, wo jenes graſſirte, wurde nicht krank, ver⸗ trug aber den Anſteckungsſtoff durch die Kleidung in meine Heimath, wohin ich zum Beſuche reiſte, inſicirte meine Ange⸗ hörigen. Als ich ſpäter einen meiner Lehrer im Nervenfieber verpflegte, mußte auch ich, an dem alle früheren intenſiven Einflüſſe abprallten, an die Krankheit glauben.

In Holland hat es ſich durchaus herausgeſtellt, daß, wo immer in einer Gemeinde die Lungenſeuche ausgebrochen, der Anfang derſelben nachzuweiſen und Anſteckung durch eingeführ⸗ tes fremdes Vieh die Veranlaſſung ihres Auftretens war. Die

Lungenſeuche iſt auch weder hier noch in der Schweiz wo jene Thatſache noch auffallendere Beſtätigung findet, in

ihren primären Urſachen nur einigermaßen genügend nach⸗ gewieſen.

v. Bredow⸗Schwanebeck: Der Beweis, daß die Lun⸗ genſeuche unter keiner Bedingung anſteckend ſei, iſt zwar noch nicht gegeben, allein es fragt ſich, iſt die Gefahr der Anſtek kung wirklich ſo groß, daß die ſeit langer Zeit her beſtehenden polizeilichen Sperrmaßregeln bei deren Anordnung die Ge⸗ ſetzgebung offenbar von der einſeitigen Anſicht eines peſthaften, ſeuchenartigen Weſens der Krankheit ausgegangen iſt noch fortdauern ſollen? Wenn die Lungenſeuche in unſere Ställe gelangt, haben wir mit zwei Uebeln zu kämpfen, mit einem kleineren, mit der Lungenſeuche nehmlich, und einem größeren, mit den angeordneten polizeilichen Sicherungsmaßregeln. Die Verluſte und Opfer, welche dieſe Maßregeln herbeiführen, ſind enorm und oft viel empfindlicher, als die der Krankheit ſelbſt. Ich wünſche, daß die begonnenen Verſuche fortgeſetzt werden, damit wir mehr Aufklärung über die Natur der Krankheit er⸗ langen, aber ich wünſche auch das Aufhören der ſtrengen Po⸗ lizeimaßregeln. Dieſe haben bisher Nichts geleiſtet, und wäh⸗