Präſident: Allerdings. Das iſt die nothwendige Ei⸗ genſchaft aller Verſuche, die darauf gerichtet ſind, zu erforſchen, ob etwas nicht ſei. In ſolchen Fällen ergiebt ſich als Re⸗ ſultat immer nur, daß unter den beſonderen Verhältniſſen, un⸗ ter welchen der Verſuch angeſtellt iſt, der fragliche Erfolg nicht eingetreten.—
Landrath v. Hobe⸗Dyrotz: Ich war 14 Jahre lang Landrath in einem Kreiſe, wo ich mehr denn zu viel Gele⸗ genheit hatte, die Lungenſeuche des Rindviehes zu beobachten, und dieſes auch mit ſo vielem Intereſſe that, daß ich mir faſt überall durch den Augenſchein eine Kenntniß der Facta ver— ſchaffte, zuerſt in Begleitung der Kreisphyſici, ſpäter in Ge⸗ ſellſchaft der, allerdings zu Viſitationen dieſer Art als quali— ficirter erkannten, Kreis⸗Thierärzte. Geſtatte man mir aus dem Vorrathe meiner Beobachtungen und Erkundigungen nur einzelne Mittheilungen:
Amtsrath Meyer zu Königshorſt war, in Ermangelung beſſerer Tränke, genöthiget, ſein Vieh im hohen Sommer in Luchlöchern(Pfützen) zu tränken; als unmittelbare Folgen die⸗ ſes Verfahrens ſchien ſich die demnächſt unter jenem ausbre⸗ chende Lungenſeuche zu bethätigen. Nachdem man ſpäterhin dem Viehſtapel(500 St.) reichlich und regelmäßig friſches Brunnenwaſſer bieten konnte, verſchwand hier die, ſonſt rund umher unter ganz gleichen Loealitäten graſſirende Krankheit, gegen welche freilich zugleich die Abſperrung angewendet wurde, und auch ſchützen mochte. Das Factum wird mir der hier gegenwärtige, ſeit 30 Jahren dort lebende Schulze Dans⸗ mann beſtätigen. Der Herr Präſident wird dieſen ſchlichten beſcheidenen Mann vielleicht hernach auffordern, uns ſeine An— ſicht von der Krankheit mitzutheilen.
Jener obige Fall zu K. ſtellt ſich offenbar als einer der⸗ jenigen dar, welche darauf hinleiten, die Verſuche noch fort— zuſetzen, bevor man auf den Grund derſelben einer erheb— lichen Modiſication der Geſetze das Wort rede.
In einem Orte, wo Referent die Krankheit beobachtete, wurde Antragsmäßig ein Stall von 7 Stück Rindvieh ge⸗
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