der Lungenſeuche verneinen, ſo würde nach dem Proſpectus zu den Verſuchen über Erzeugung der Seuche durch anderweitige Gelegenheitsurſachen übergegangen werden.
Der hier gegenwärtige Herr Profeſſor Dieterichs hat vor mehr als 20 Jahren Anſteckungsverſuche an 8— 10 Thie⸗ ren gemacht und vor mehreren Jahren ſind ſie von dem ver⸗ ſtorbenen Geſtüts⸗Director Giesker auf dem Kreuzkloſter bei
Braunſchweig an 5 Rindern angeſtellt worden; beide Verſuche
ergaben, daß die Lungenſeuche nicht anſteckend war. Ich weiß zwar auch, daß andere Verſuche das Gegentheil beweiſen ſol⸗ len, ich leugne jedoch die Richtigkeit der aus ihnen gezogenen Schlüſſe, will aber vorläufig unterlaſſen, hier meine Gründe dafür anzugeben.
Landesoeconomierath Thaer: Es ſei mir geſeattet, dieſem Vortrage lediglich die Erläuterung hinzuzufügen: daß das Comité nach Beendigung des laufenden dritten Verſu⸗ ches die auf die Anſteckungsfähigkeit der Krankheit abzielen⸗ den Verſuche bei der in Anwendung gekommenen Füt⸗ terung als geſchloſſen betrachtet.
Präſident: Die geehrte Verſammlung wird mit mir darin übereinſtimmen, daß jedenfalls die uneigennützige Mühe⸗ waltung, das Opfer von Zeit und Arbeit, welches die Ver— ſuchs⸗Anſteller gebraucht, dankbare Anerkennung verdient.
Der Zweck des gehörten Vortrages iſt geweſen, die Nicht⸗ Contagioſität der Lungenſeuche zu erweiſen. Bisher iſt jedoch dieſe Krankheit faſt allgemein für anſteckend gehalten worden. Es liegen daher zwei Fragen ſehr nahe: 1) iſt die Krankheit, mit welcher die Verſuche vorgenommen, auch wirklich die näm⸗ liche, welche bisher als anſteckend iſt betrachtet worden, und 2) laſſen ſich etwa gegen das bei den Verſuchen beobachtete Verfahren oder gegen deren Reſultate oder gegen die daraus gezogenen Schlüſſe gegründete Bedenken erheben?
Um dieſe beiden Fragen werden die nun folgenden Erör⸗ terungen muthmaßlich ſich bewegen.
Geh. Medicinalrath Auguſtin: Ich ehre den Fleiß, womit die Verſuche angeſtellt worden, halte dieſe ſelbſt aber


