Teil eines Werkes 
2/3: Zweite u. dritte Abt., Viehzucht und Gewerbelehre
Entstehung
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Kapital, zu deren zweckmaͤßigſter Benutzung und Verwendung ſie die Anleitung gibt, gedacht werden. Sie iſt alſo kein ma⸗ teriales Mittel, ſondern vielmlhr die Summe aller formalen Mittel oder Regeln zum zweckmaͤßigſten Gebrauch der materialen Mittel. 150. Der Aufwand an Zeit, Arbeit und Kapital, den die Erlernung eines Gewerbes koſtet, ſteht im Verhaͤltniß: 1) mit der Schwierigkeit des gewaͤhlten Gewerbes; 2) mit den verſchiedenen Graden von Geſchicklichkeit, die man darin erlangen will, und 3) mit der minderen oder haͤufigeren Gelegenheit, die man zu dieſer Erlernung in einem Lande findet.

Beſonders iſt dieſes bei der Landwirthſchaft der Fall; ſolches wird jedoch zur Zeit noch nicht allgemein genug aner⸗ kannt, und daraus folgt der ungluͤckſelige Umſtand, daß die jungen Leute, welche ſich dieſem Gewerbe widmen, und daſ⸗ ſelbe kunſtfertig und wiſſenſchaftlich vollkommen zu erlernen ſich bemuͤhen, noch wenig Anerkennung und dann, wenn ſie, weil ihnen ihre Verhaͤltniſſe nicht gleich den Antritt einer eignen Wirthſchaft erlauben, eine Anſtellung ſuchen, ſelten einen beſ ſeren Lohn fuͤr ihren gemachten Aufwand zu erwarten haben als ſolche, die mit ſpaͤrlicherem Wiſſen und Koͤnnen ſich begnuͤ⸗ gend, einen weit geringeren machten. Dadurch faͤllt zur Zeit noch ein großer Anreiz zu einem ſorgfaͤltigeren Studium der Landwirthſchaft weg; denn die Liebe zur Sache allein vermag denſelben nur ſelten zu verleihen. Dieſes muß aber anders werden, wenn die Landwirthſchaft ſelbſt den gegenwaͤrtigen Kampf mit den unguͤnſtigen Zeitverhaͤltniſſen ſiegreich beſtehen ſoll, und wird anders werden, wenn nur einmal mehr ſolche wirklich wiſſenſchaftlich gebildete, nicht halb gebildete und doch fuͤr ſich eingenommene junge Landwirthe vorhanden ſind, und es klar geworden iſt, wie viel dieſelben mehr als andere Halb⸗ wiſſer leiſten. Um jedoch viel zu leiſten, reicht das Wiſſen allein nicht hin; das Koͤnnen und das Wollen ſind dazu eben ſo noͤthig, vor Allem aber auch Unſtraͤflichkeit des Wandels und empfehlende Beſcheidenheit, zumal in ſubordinirten Ver⸗ haͤltniſſen.

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