Teil eines Werkes 
1: Erste Abth. Ackerbau
Entstehung
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Waid.

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der Hauptſache ſtets nach den bisher bei den Handelsge⸗ waͤchſen gegebenen Regeln betrieben wird, ſcheint eine weitlaͤufigere Anweiſung dazu hier am unrechten Orte; doch moͤgen der Vollſtaͤndigkeit wegen noch die Namen einiger ſolcher Gewaͤchſe hier ſtehen: Der Schwarz⸗ kuͤmmel(Nigella damascena und sativa), Sieben⸗ zeiten(Trigonella foenum graecum). Das Suͤßholz (Glycirrhiiza glabra). Wermu th(Artemisia Absin- thium). Kamillen(Anthemis nobilis).*

Wer mehr daruͤber zu wiſſen wuͤnſcht, der leſe nach Reichart's Land- und Gartenſchutz in der neuen Bearbeit⸗ ung von Voͤlker B. III. und IV.

Der Hopfen, Humulus lupulus, wuͤrde hier auch zu erwaͤhnen ſeyn, wenn es die Abſicht waͤre, eine Anleitung zum Anbau aller gewuͤrzhaften Pflanzen zu geben. Es ſoll

aber nur von den Gewaͤchſen hier die Rede ſeyn, die wirklich auf dem Acker, im Wechſel mit anderen Pflan⸗ zen, gebaut werden koͤnnen und deßhalb gehoͤrt die Lehre

vom Hopfenbau, der mit dem Weinbau in gleichem Ver⸗

haͤltniß ſteht, nicht hierher.) d. Von der Kultur der Farbepflanzen, des Waid's, des Wau's, des Krapp's und des Saflor's.

313. Der Waid, atis tinctoria, iſt eine zwei⸗ jaͤhrige Pflanze, die in allen Gegenden fortkommt, wo man noch Winterweizen baut. Er verlangt einen leich⸗ ten, in guter Kultur ſtehenden, und kraͤftigen Boden.

Die Saat geſchieht am beßten ſo fruͤh wie moͤglich im Monat Maͤrz auf den wohlzubereiteten und ſchon im Herbſt zuvor tuͤchtig geduͤngten Acker. Die noͤthige Saamenquantitaͤt iſt 4 6 Mtz. pr. Acker. Sobald die jungen Pflanzen ſichtbar ſind, muͤſſen ſie durch Jaͤten und Hacken vom Unkraut gereinigt und zu gleicher Zeit verduͤnnt werden, weil ein zu dichter Stand nachtheilig iſt. Da das Behacken weſentlich, und mehrmals zu wie⸗ derholen iſt, waͤre die Drillſaat des Waid's, wie bei dem Raps, gewiß nutzbar. Man kann ihn auch im