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der Viehweide zum Ackerbau hat der Engländer nur noch dunkele Begriffe. Die Theilung der Geſchäfte iſt ſehr vortheilhaft in allen ſeinen Gewerben einge⸗ führt; aber bey dem Ackerbau iſt ſie zu weit ge⸗ trieben; die Viehzucht und Ackerwirthſchaften ſind zu ſehr getrennt, wie ich im dritten Theile meines Werks über engliſche Landwirthſchaft ausführlicher zeige. Durch mehrere Einführung der Koppelwirth⸗ ſchaft ließe ſich in manchen Diſtrikten viel ausrichten, in andern würde es freylich eine ganz neue Umlegung der Pachthöfe und Austheilung des Landes erfordern. Doch ich beſitze nicht die Lokalkenntniſſe, und habe nicht die Abſicht, den Engländern darüber etwas vorzuſchlagen; mein Zweck iſt nur, meines Autors Vorſchläge zur Verbeſſerung des Ackerbaues auf Deutſchland anzuwenden. Und da würde, meiner Ue⸗ berzeugung nach, jeder Staat, der noch überflüſſigen Flächenraum von gutem Boden hat, bey Einführung der Koppelwirthſchaft und mehrerer Ausdehnung des artbaren Bodens ſicherer gehen, als bey zu ſchneller Betreibung der höhern, gartenmäßigen Kultur. Daß dieſe in einzelnen Fällen rathſam ſeyn, und größeren Vortheil von einem kleineren Platze, als von einem dreyfach größeren gewähren kann, davon iſt zwar niemand überzeugter wie ich; aber dieß muß man der Willkühr und der Induſtrie eines jeden überlaſſen. Wenn der Staat durch ſeinen Vorſchuß und Kredit etwas thun will, ſo wende er es unter vorgedachten Umſtänden hauptſächlich dazu an, allen Grund und Boden wenigſtens in den Stand zu ſetzen, daß er
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