Die meiſten Menſchen, ſelbſt Schriftſteller, ſehen den Ackerbau aus einem ganz beſondern Geſichtspunkte an. Wenige haben ihn unter die Kategorie eines Ge⸗ werbes geſetzt, ſondern ihm ganz andre Grundſätze untergeſchoben, als den Manufakturen und Fabriken. Und dennoch verhält er ſich in allen Stücken wie dieſe. So viele Stadtbewohner, wenn ſie im Som⸗ mer aus dem Thore kommen, und die mit reichen Früchten prangenden Felder ſehen, verdanken die glück⸗ liche Erndte lediglich dem Grund und Boden und der ſchönen Witterung. Was es aber gekoſtet hat, die⸗ ſen Boden erſt zur Fruchtbarkeit zu bringen, und dann darin zu erhalten, erwägen ſie ſelten. Auf Boden und Witterung, meinen ſie, komme faſt alles an, das bischen Arbeit finde ſich von ſelbſt. Aus dieſer dun⸗ keln, ſchiefen Anſicht rühren ohne Zweifel viele un⸗ richtige Vorſtellungen und Fehlſchlüſſe her.
Das landwirthſchaftliche Gewerbe verhält ſich in keinem Stücke anders, als das Manufaktur⸗ und Fabriken⸗Gewerbe. Man muß nur den Grund und Boden als das rohe Material deſſelben betrachten, durch deſſen Verarbeitung vegetabiliſche und thieri⸗ ſche Produkte von mehrerem oder minderem Werthe hervorgebracht werden, je nachdem die Verarbeitung mit meherem oder minderem Aufwande von Arbeit und Verſtande betrieben wird. So wie aus einer beſtimmten Quantität und Qualität von Lein, durch die Verarbeitung in höchſt grobe und höchſt ſeine Leinewand, der einſache und zehnfache Werth her⸗


