Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
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Stallung.

Arbeit⸗

Friederieiſche Werk.

Die Pferde. §. 141014.

Wenn es gleich keiner ſo geraͤumigen, hohen und hellen Staͤlle fuͤr Arbeitspferde, welche 3

faſt den ganzen Tag draußen ſind, bedarf, wie fuͤr andre Pferde, die den groͤßten Theil ihrer Zeit ruhen; ſo muß der Stall doch ſo angelegt ſeyn, daß er im Winter ziemlich warm, und im Sommer kuͤhl gehalten werden koͤnne. Die Luft muß ſich durch Durchzuͤge erneuern laſſen,

beſonders aber muß der Boden ſo angelegt ſeyn, daß keine Jauche ſtocke oder faule. Die Staͤnde muͤſſen geraͤumig genug ſeyn, um die Pferde vom Niederlegen zu entwoͤhnen, welches ihnen bei dem wenigen Schlafe, den ſie haben, immer ſehr zutraͤglich iſt, ungeachtet man

Pferde findet, die ſich nie niederlegen, eine Gewahnheit, die ſie beſonders bei zu engen Staͤn⸗ den annehmen. Ueber die Anlage der Pferdeſtaͤlle verweiſe ich auf das mehr erwaͤhnte Gilly⸗ 8. 147.. Das junge Pferd muß allmaͤhlig zur Arbeit gewoͤhnt werden, und das geſchiehet wohl am ſicherſten vor dem Pfluge auf leichterem Boden. Die jungen Pferde muß man Anfangs nur einem ſehr verſtaͤndigen Menſchen anvertrauen, und ſie nicht aus den Augen laſſen. Wenn das geſchieht, kann man ſchon ein 2xjaͤhriges Pferd maͤßig zu gebrauchen anfangen, jedoch

ohne eine volle Tagesarbeit davon zu verlangen, wozu es erſt mit 4 Jahren tuͤchtig iſt. Man

muß es allmaͤhlig zu laͤngerer Arbeit und zur Ziehung ſtaͤrkerer Laſten gewoͤhnen, wodurch man die Kraͤfte ſehr vermehrt, und dem Pferde keinen Schaden zufuͤgt, wenn es nur allmaͤhlig und im langſamen Schritte geſchieht. mehrentheils durch Jagen erhitzt und verdorben...

Ddie Arbeitsſtunden muͤſſen regulaͤr gehalten werden. 10 Stunden gewoͤhnlicher Ackerar⸗ beit taͤglich, durch das Mittagsfutter in zwei Perioden getheilt, kann ein Pferd ohne Nachtheil aushalten; weiter aber muß man es ohne Noth nicht treiben. Wenn in den kuͤrzeſten Tagen

jene Periode zu kurz werden wuͤrde, ſo laͤßt man die Pferde am beſten 6 bis 7 Stunden in

eins fort arbeiten, zumal da dies auch in Hinſicht der Reiſen im Winter oft noͤthig wird. So wie man bei ſchwerer Arbeit den Pferden etwas an ihren Rationen zulegt, ſo kann man ihnen auch, wenn ſie viel ruhen, etwas, beſonders in der Koͤrnerfuͤtterung, abziehen. Jedoch muß dies nie uͤber den dritten Theil der gewohnten Fuͤtterung betragen. Da das Pferd ein ſo koſtbares und ſo leicht Schaden nehmendes Thier iſt, ſo muß man durchaus keinem Pferdeknecht ein Geſpann anvertrauen, von dem man nicht ſicher iſt, daß er ſie mit Vorſicht behandle. Einen ſolchen, wenn man ihn aus Noth behalten muß, darf man nie

aus den Augen laſſen, und ihn insbeſondere nicht ohne Aufſicht auf Reiſen ſchicken. Ddie Geſchirre der Pferde, daß ſie genau paſſend ſeyen, daß jede Beſchaͤdigung ſogleich ausgebeſſert werde, daß ſie, ſo oft es noͤthig, eingeſchmiert und rein erhalten werden, muß ſich der Wirthſchaftsaufſeher angelegen ſeyn laſſen, weil es von den Knechten mehrentheils ver⸗ nachlaͤſſigt wird. Ich rathe nicht, beſonders wo man mit Knechten oft wechſelt, ein andres als das landuͤbliche Geſchirr einzufuͤhren, wenn man gleich uͤberzeugt iſt, daß ein andres

zweckmaͤßiger ſey 1 Ungeachtet das Langgeſpann mit vier Pferden Vorzuͤge hat vor dem Geſpann in einer

Reihe, ſo ſind bei jenem doch Knechte noͤthig, die das Reiten und Fahren verſtehen, und ihr Sattelpferd vorzuͤglich lieben und ſchonen, weil dieſes ſonſt zu ſehr angegriffen wird, und bald

ruinirt iſt. Mit dem Sattelpferde zu wechſeln, hat ſeine Schwierigkeit.

Selten wird ein Pferd durch ſtarke aber langſame Arbeit,

jjj